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May wirft Pauly Lüge und Blockade vor

May wirft Pauly Lüge und Blockade vor

In diesem Jahr soll der Umbau der maroden Leichtathletikanlage in Gerolstein in eine moderne Tartanbahn endlich erfolgen. Für Ex-Stadtbürgermeister Bernd May ist klar, dass das bereits 2012/2013 hätte passieren können und nur wegen der Blockadehaltung von VG-Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) verhindert worden sei. Der weist die Vorwürfe zurück.

Gerolstein. Wie viele andere Gerolsteiner freut sich Hobbysportler und Ex-Stadtbürgermeister Bernd May (September 2010 bis Juli 2014), dass er wohl nicht mehr lange auf der maroden Leichtathletikanlage trainieren und das Sportabzeichen ablegen muss: Denn Stadt, Verbandsgemeinde und der SV Gerolstein wollen sich in diesem Jahr endlich zusammentun, um das marode Areal in eine zentrale Sportanlage der Verbandsgemeinde samt Tartanbahn und Leichtathletikfeldern umzubauen. 2016 sollen die Planungen und Förderanträge auf den Weg gebracht werden, 2017 der Umbau vonstattengehen - so der vorläufige Zeitplan.
"Bewusste Lüge"


Nach Worten des parteilosen May hätte dies aber bereits passiert sein können. In einem Schreiben an den TV äußert er: "Gerolstein könnte schon längst über eine moderne Sportanlage verfügen, wenn dies nicht von Bürgermeister Pauly seit Jahren verhindert würde." Bereits kurz nach seiner Wahl zum Stadtbürgermeister hätten zahlreiche Gespräche mit den Verantwortlichen des Sportvereins, Bürgermeister Pauly, den Beigeordneten von Stadt und Verbandsgemeinde sowie Beratungen in Ausschüssen und Räten stattgefunden. In all diesen Gesprächen habe er, so May, stets auf eine schnelle Modernisierung der Sportanlage gedrängt, Vorschläge unterbreitet und Bürgermeister Pauly mehrfach darauf hingewiesen, dass eine zentrale Sportanlage in die Zuständigkeit der Verbandsgemeinde gehöre.
Zur Aussage von Pauly, es habe von der Stadt nur "den Wunsch nach Gesprächen gegeben" bezeichnet May als "bewusste Lüge". Für May ist klar, dass Pauly das Thema Modernisierung der Sportanlage "einerseits nicht angeschoben und andererseits jegliches Anschieben der Stadt definitiv be- beziehungsweise verhindert hat".
Seitenhieb auf Ex-Bürgermeister


Diese "Verhinderungspolitik seit Ende 2012" hat der Rathauschef nach Aussage von May dadurch begründet, dass für die Verbandsgemeinde der Neubau einer Sporthalle an der Grund- und Realschule plus oberste Priorität habe und dieses Vorhaben nicht durch andere Projekte gefährdet werden dürfe. Zudem habe Pauly argumentiert, dass der Sportplatz mit seiner jetzigen Ausstattung nur eine geringe Bedeutung für den Schulsport habe, behauptet May. Für ihn ist es "kein Einzelfall", dass Pauly "taktiere" und "eine völlig und bewusst falsche Darstellung des tatsächlichen Sachverhalts abgibt".
Matthias Pauly (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, weist die Vorwürfe zurück. Dass es bislang noch nicht zu einer Lösung in der Sportplatz-Frage gekommen sei, hänge daran, dass die "damaligen Gespräche nur der Sondierung dienten". Pauly führt aus: "Wichtige Punkte waren offen und bedürfen auch heute noch der Klärung und Positionierung durch die städtischen Gremien." Konkret ging und geht es um die Frage, wie sich die Stadt eine Übertragung der Sportanlage auf die VG vorstelle: nur die Übertragung der Bauträgerschaft, ein Eigentumswechsel oder eine Erbpacht-Regelung? Zudem sei auch die Frage der räumlichen Abgrenzung der Sportanlage bislang unbeantwortet - also was genau an die VG übergehen und was im Eigentum der Stadt und des Sportvereins bleiben soll. Hinsichtlich des "Verzögerungs-Vorwurfs" sagt der Bürgermeister, dass sowohl dem Stadt- als auch dem VG-Rat bereits "seit Frühjahr 2015 das Angebot der VG Gerolstein zur Übernahme des städtischen Sportplatzes bekannt ist". Dies sei im Rahmen der Fusionsvereinbarung mit der VG Hillesheim so festgehalten und dann den Gremien vorgelegt worden.
Und einen Seitenhieb auf den Ex-Stadtbürgermeister, mit dem er in dessen Amtszeit öfters aneinandergeraten war, kann er sich dann doch nicht verkneifen. Er betont: "Der Schreiber (May, Anmerkung der Redaktion) ist heute Mitglied des VG-Rates, soll also die Interessen der VG wahrnehmen."
Pauly gibt sich zuversichtlich: "Die städtischen und verbandsgemeindlichen Gremien werden in den kommenden Monaten die Angelegenheit beraten und beschließen."Meinung

Eine lebendige Beziehung
Auf den Umbau der maroden Leichtathletikanlage in Gerolstein warten Freizeit- und Vereinssportler, Schüler und Lehrer schon seit Jahren. Und der SV Gerolstein, einer der drei Pfeiler der ruhmreichen Leichtathletik-Gemeinschaft Vulkaneifel (LGV), beklagt angesichts der eigenen suboptimalen Trainingsbedingungen Nachwuchsprobleme. Dass es so weit gekommen ist, hat mehrere Gründe: Vor allem hat die Stadt als zunächst Verantwortliche das Thema auf die lange Bank geschoben, weil ihr andere Vorhaben wichtiger waren. Dass auch in jüngster Vergangenheit nichts passiert ist, hat in der Tat primär mit den handelnden Akteuren zu tun. Denn es ist kein Geheimnis, dass es zwischen Bernd May (parteilos) als Stadtbürgermeister und Matthias Pauly (CDU) als VG-Bürgermeister oft geknirscht hat. Mal drehte es sich um Buswartehäuschen, mal um Gebühren für die Bauüberwachung bei der Sanierung des Alten Rathauses, mal um die Rettungswache. Der eigentliche Grund für den Dauerzwist aber waren persönliche Differenzen. Der ehemalige Stadt- und der Rathauschef konnten und wollten zuletzt auch nicht mehr miteinander. Es ist auffällig, dass jetzt, wo May nicht mehr im Amt ist, Bewegung in den Sportplatzumbau kommt. Wie hatten beide bei dessen Abwahl im Juni 2014 noch gesagt? May: "Ich werde mein Mandat im VG-Rat annehmen und auch als Bürger der Stadt sehr aufmerksam die Entwicklung verfolgen und mich einbringen." Und Pauly nach der Wahl seines Parteifreunds Friedhelm Bongartz: "Die Zusammenarbeit zwischen dem Rathauschef und dem Stadtbürgermeister wird künftig besser werden - mit Sicherheit." Der Bürger May und der Bürgermeister Pauly - mit Sicherheit auch in Zukunft eine lebendige Beziehung. m.huebner@volksfreund.de