Mehr als 140 Vierbeiner erhalten Segen

Steiningen · 144 Pferde und ein Esel - sie alle sind mit ihren Haltern zur Traditionsveranstaltung am Ostermontag nach Steiningen gekommen. Die Besitzer haben an der St.-Mauritius-Kapelle den Segen für sich und ihre Tiere erbeten.

Steiningen. In Steiningen wird an Ostern nicht nur Kirmes gefeiert. Die traditionelle Pferdesegnung ist der Höhepunkt des Osterfestes. Seit 263 Jahren möchten die Pferdehalter den Segen des heiligen Mauritius für sich und ihre Tiere bekommen. Viele von ihnen nehmen eine lange Anreise oder sogar einen stundenlangen Ritt auf einem Pferd in Kauf. Zum Beispiel Sabrina Kienel und Ariane Schmidt aus Uess. Sie sind zweieinhalb Stunden nach Steiningen geritten. Aber auch aus Alflen, Bongard, Boverath, Berndorf, Dreis-Brück, Daun, Dockweiler, Üdersdorf, Sassen, Ulmen und Müllenbach sind Teilnehmer dabei.
Die Gründe sind vielfältig. Mit sieben anderen Pferdehaltern und seiner 12-jährigen Tochter Hanne ist Thomas Schüller aus Kelberg gekommen. Seit 17 Jahren pflegt er die Tradition. "Für mich sind der Ritt und die Tradition gleichermaßen wichtig. Wenn niemand kommt, geht die Tradition auch zu Ende", sagt er.
Irmgard von der Lahr aus Trier ist zum ersten Mal dabei. "Wir haben das Pferd schon am Freitag mit dem Hänger nach Boverath gebracht, für mich ist es die erste Teilnahme. Ich möchte das einfach mal erleben, es ist sowohl Erlebnis als auch ein bisschen Glaube", sagt die Triererin.

Ein Jahr Pause für den Pater


Schon lange vor der heiligen Messe in der kleinen Kapelle in der Ortsmitte versammeln sich zahlreiche Pferdehalter und eine wachsende Zahl von Besuchern in Steiningen, die sich das Schauspiel auch nach Jahrzehnten immer wieder ansehen.
Rund 250 sind es diesmal, auch wenn das Wetter bei fünf Grad und leichtem Regen nicht optimal ist. Dabei werden die Pferde natürlich kritisch beäugt. Welche Rasse ist es, wie ist es gepflegt? Aber auch zum Small Talk trifft man sich auf der Wiese.
Wieder im Sattel von Haflinger Max, der schon zum 15. Mal dabei ist, ist auch Pater Hugo Pöpping nach einer einjährigen Pause. 144 Pferde und - schon traditionell - Esel Pico aus Mehren reiten an dem Pater vorbei, um den Segen zu bekommen. Auch neun Kutschen sind mit dabei. Bürgermeister Reinhold Schäfer ist zufrieden mit der Resonanz von Menschen und Pferden. "Es war angesichts des schlechten Wetters noch ganz gut, mit so vielen Besuchern hatte ich nicht gerechnet", sagt er.
volksfreund.de/video

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort