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Mehr als nur Nachbarschaftshilfe

Mehr als nur Nachbarschaftshilfe

Das Miteinander stärken: Das ist das Ziel einer Initiative in Niederstadtfeld. Sie will dafür sorgen, dass sich die Bürger gegenseitig stärker unterstützen - zum Beispiel beim Einkaufen und bei Behördengängen.

Niederstadtfeld. "Der demografische Wandel wird immer spürbarer", sagt Günter Horten, Ortsbürgermeister der Vulkaneifelgemeinde Niederstadtfeld. "Gerade in unserer Gemeinde sind die Folgen sichtbar", ergänzt er mit Blick auf die im letzten Jahr geschlossene Grund- und Hauptschule.
Dass hier etwas passieren musste, war den Verantwortlichen im Niederstadtfelder Gemeinderat schon kurz nach der Kommunalwahl klar.
Dabei rückte die älter werdende Bevölkerung immer stärker in den Fokus. "Es wurde uns klar, dass wir etwas tun müssen, um auch älteren Menschen das Leben in unserem ländlichen Raum möglich zu machen", beschreibt Günter Horten die Überlegungen.
Im September 2011 wurde dann zur Konkretisierung der Ideen der Arbeitskreis "Alt werden in Niederstadtfeld" gegründet. Bei den ersten Treffen beschäftigte man sich damit, wie die Bedürfnisse der Senioren im Dorf zu ermitteln sind. Im Herbst vergangenen Jahres wurde deshalb eine Fragebogenaktion gestartet, die insgesamt eine gute Rückmeldung hatte.
"Wir konnten der Umfrage interessante Daten entnehmen", erklärt Horten. So ist zum Beispiel herausgekommen, dass der wichtigste Platz für viele Niederstadtfelder der Drees ist. In den Folgemonaten erarbeitete man aus den Erkenntnissen ein Konzept, um die Probleme der kommenden Jahre in den Griff zu bekommen.
Als Ergebnis daraus startete am 1. März mit einer öffentlichen Präsentation die Initiative "Bürger helfen Bürgern", die sich als eine Art organisierte Nachbarschaftshilfe versteht und Dienstleistungen im niederschwelligen Bereich vermitteln möchte.
Hierbei geht es zum Beispiel um Mitfahrgelegenheiten, Hilfe beim Einkaufen und bei Behördengängen oder auch der Suche nach Partnern für die Freizeitgestaltung. "Zum Beispiel eine geführte Spaziergruppe ist bereits daraus entstanden", sagt Horten.
Auf Wunsch der Verbandsgemeinde Daun wurde die Initiative nach kurzer Zeit umbenannt, um Verwechslungen mit dem Verein "Bürger für Bürger" zu vermeiden.
Jetzt heißt die Initiative "Niederstadtfelder helfen einander" und soll unter dem Motto "mobil, direkt, unterstützend - für dich, für Sie, für euch" mit Leben gefüllt werden.
"Braucht ein Niederstadtfelder Bürger Hilfe, kann er einfach einen von uns ansprechen. Wir versuchen dann eine entsprechende Hilfe zu organisieren", erklärt Helmut Arends, einer der Ansprechpartner der Initiative, das Niederstadtfelder System. Gemeinsam mit seinen Kollegen Brigitte Schmitz und Gerd Häp kann er auf viele freiwillige Helfer aus dem Ort zurückgreifen. "So soll die Nachbarschaftshilfe wieder möglich werden. Denn sie funktioniert in der heutigen Zeit häufig nicht mehr, weil man sich nicht mehr kennt", erklärt Häp.
Bisher gab es zwei erfolgreiche Vermittlungen. "Das Konzept ist auf lange Sicht angelegt, und es muss sich erst mal festigen. Aber wir sind von dem Erfolg der Initiative überzeugt", sagt Horten.
Darüber hinaus wurden verschiedene weitere Angebote geschaffen. "Schon seit Monaten gibt es einen erfolgreichen Seniorentreff in der Gemeindehalle, und ein Angebot für Kinder und Jugendliche gibt es immer mal wieder. Zudem ist seit kurzem die Kreativwerkstatt Niederstadtfeld aktiv", erzählt Horten weiter.
Außerdem wurde das Umfeld am Drees neu gestaltet, und zurzeit baut die Gemeinde einen neuen Kinderspielplatz.Extra

Ansprechpartner der Initiative "Niederstadtfelder helfen einander": Brigitte Schmitz, Telefon 06596/7180, Helmut Arends, Telefon 06596/620, Gerd Häp, Telefon 06596/450 sowie Ortsbürgermeister Günter Horten, Telefon 06596/900706. Informationen gibt es auch online auf der Internetseite der Ortsgemeinde Niederstadtfeld www.niederstadtfeld.de. Hier ist auch der Flyer der Initiative zu finden. MFI