Mehr Besucher trotz kürzerer Strecke

Mehr Besucher trotz kürzerer Strecke

DAUN/GEROLSTEIN. Trotz der "gekappten" Verbindung von Ulmen nach Kaisersesch sind die Fahrgastzahlen auf der Eifelquerbahn in diesem Jahr bislang gestiegen.

Jörg Petry, Geschäftsführer der Vulkan-Eifel-Bahn (VEB), die im sechsten Jahr die Fahrten anbietet, ist hocherfreut. "Wir haben bislang rund 20 000 Gäste verzeichnet, ein Ergebnis, mit dem wir sehr zufrieden sind, zumal wir mit dem September und dem Oktober ja noch zwei ,fette' Monate haben, in denen vor allem die Wochenende die am stärksten frequentierten während der Saison sind", bilanziert Petry die ersten Monate. Dabei hatte das Jahr nicht gut angefangen für die VEB, nachdem sie verkünden musste, dass die Fahrten auf der Eifelquerbahn in dieser Saison in Ulmen enden würden, da die dringend sanierungsbedürftige Strecke bis Kaisersesch nur noch im "Schneckentempo" befahren werden könne. Für Petry ist die bisherige positive Bilanz 2006 Beleg dafür, "was für ein Potenzial in diesem Freizeitverkehr steckt. Unser Angebot erfreut sich steigender Nachfrage. Die Zahlen bestätigen unsere bisherige Arbeit und motivieren zum Weitermachen." In diesem Zusammenhang weist Petry auf die hervorragende Vernetzung mit den Touristinformationen in Daun und Gerolstein hin, die maßgebliche Säulen des soliden Marketings für die Eifelquerbahn seien.Das Angebot muss noch bekannter gemacht werden

"Es gilt aber weiterhin, unser Angebot noch bekannter zu machen, denn erfahrungsgemäß nutzen Gäste, die von den Fahrten auf der Eifelquerbahn wissen, diese dann in aller Regel auch", macht Petry klar, dass weiterhin intensiv geworben werden soll. Bedenken, die Freizeitverkehre hätten mit Blick auf gekürzte öffentliche Mittel auch für den Schienenverkehr keine große Zukunft mehr, hat der VEB-Geschäftsführer nicht. Petry: "Wir sind im Jahr 2001 mit 12 000 Fahrgästen gestartet, in diesem Jahr haben wir jetzt schon die Marke von 20 000 überschritten, und da kommt noch einiges hinzu in Richtung 30 000. Das Angebot hat sich wirklich als eine der Top-Touristen-Attraktionen in der Region entwickelt und etabliert. Ich bin sicher, dass auch für die nächsten Jahre weiter Geld zur Verfügung gestellt wird vom zuständigen Schienenpersonenzweckverband (SPNV) Rheinland-Pfalz Nord. Ich bin guter Dinge, weil wir ein Angebot haben, dass sich etabliert hat und nicht einfach so als wichtiger Bestandteil des Tourismus der Region gekappt werden sollte." Bleibt der "Dauerbrenner" Sanierung des Querbahn-Teilstücks: Schon seit geraumer Zeit liegt im rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium ein Antrag auf Sanierung vor, über den aber bislang noch nicht entschieden worden ist. Die Grundsanierung kostet zwei Millionen Euro

Die Grundsanierung (dazu gehört ein kompletter Austausch der Schienen) auf sieben Kilometern des Abschnitts Ulmen-Kaisersesch) würde rund zwei Millionen Euro kosten. Würde die Eifelquerbahn für den täglichen Zugverkehr reaktiviert (wie vom Zweckverband beschlossen), müssten weitere 3,7 Millionen Euro investiert werden. Dem neuen Minister Hendrik Hering (SPD) sei eine Konzeption vorgelegt worden, in der dargelegt worden sei, wie zumindest für die Freizeitverkehre die Strecke wieder instandgesetzt werden könne, berichtet Petry. Er gibt sich optimistisch: "Die SPD hat sich im Landtagswahls-Wahlkampf für die Eifelquerbahn ausgesprochen, und es gibt weitere politische Signale - auch vom Ministerpräsidenten und dem Minister - den Freizeitverkehr durchgängig zu erhalten. Vor diesem Hintergrund bleibe ich weiter zuversichtlich."