Mehr Enthusiasmus gefordert

Mehr Enthusiasmus gefordert

Gewerbemarkt, Nikolausmarkt, interaktiver Ortsplan und die Erneuerung der Ortstafeln sind die wichtigsten Themen bei der Jahreshauptversammlung des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV) Kelberg gewesen.

Kelberg. Mit manchen Dingen im Verein kann GVV Vereinsvorsitzender Alfred Borsch zufrieden sein, mit anderen ist er es nicht. Die Mitgliederzahl ist mit 65 Betrieben hoch, wer sich in Kelberg ansiedelt, wird mit offenen Armen vom Verein empfangen. Es gibt dafür sogar den Unternehmerstammtisch, wobei jedes Mitglied besucht wird, um sein Unternehmen und seine Dienstleistungen kennenzulernen und sie weiterzuempfehlen.
Nicht so zufrieden ist Borsch jedoch mit dem Engagement seiner Kollegen etwa beim jährlichen Gewerbemarkt. "Es fehlt mir die Bereitschaft von den Mitgliedsbetrieben, am Markt teilzunehmen", sagt Borsch bei der Jahreshausptversammlung des GVV. "Denn der Markt ist ja gerade dafür gedacht, dass sich der Handel aus Kelberg präsentiert. Es wäre also schön, wenn mehr Betriebe teilnehmen würden." Derselben Meinung ist auch Vorstandsmitglied Edith Nass. "Es wäre für Kelberg besser, wenn etwas mehr Enthusiasmus da wäre und man sehen könnte: Die schlafen hier nicht und hier ist was los", sagt sie. Denn gerade der Gewerbemarkt mit seinem breiten Angebot komme gut an, wie auch im vergangenen Jahr. "Wir haben da wirklich ein breit gefächertes Sortiment angeboten von den Ausstellern bis zur Oldtimerschau", sagt Borsch.
Für den 19. Gewerbemarkt am 28. April plant der Verein schon kräftig, so haben sich etwa einige Stock-Car Fans mit ihren oft skurrilen Fahrzeugen angemeldet, die Kindertanzgruppe wird sich präsentieren und sogar Bauchtänzerinnen stehen auf dem Programm.
An der Anzahl der Teilnehmer beim letzten Nikolausmarkt stieß sich Mario Brückner. "Das war schon etwas enttäuschend, es fehlte mir auch die Gemütlichkeit beim Nikolausmarkt", sagte er. Die Kälte und Glatteis machten dem Kelberger Gewerbeverein aber damals auch einen Strich durch die Rechnung. Einiges lief schief, nur fünf Marktkaufleute waren gekommen, zogen aber angesichts der widrigen Umstände sofort wieder ab.
Was wohl auch dem Verein ein Dorn im Auge ist, sind die seit längerem bestehenden Leerstände im Ort. Der ehemalige Schleckerladen in der Dauner Straße, das Modestübchen am Markt (zurzeit Kunstausstellung) oder die Pizzeria am Markt stehen nach wie vor leer. Als belegt kann man das ehemalige Terrarium bezeichnen, die Räume werden von den Stadtsoldaten genutzt. Und auch das Lokal Eifelrast ist schon seit längerem wieder in Betrieb. Neu angesiedelt hat sich im ehemaligen Fahrrad-Jax-Geschäft die Firma KTS. Tanja Kracht vom Vorstand sieht die drei Leerstände gelassen. "Wir brauchen uns damit nicht zu verstecken. Es wird sicher irgendwann jemand kommen", meint sie.
Auf wenig Interesse der Gewerbetreibenden stieß allerdings der interaktive Ortsplan auf der Homepage des Vereins. "Er kam bei den Mitgliedern nicht so gut an, viele haben leider nicht mitgemacht, und es gab auch das Argument, dass er unnötig sei. Vielleicht war das Angebot der anbietenden Firma auch etwas zu teuer", räumt Borsch ein. Sieben Betriebe aus Kelberg und neun aus der Umgebung hatten sich beteiligt.
Ein Projekt, das der Verein in diesem Jahr endlich realisieren möchte, ist die Erneuerung der vier Ortstafeln mit den Werbelogos der GVV-Betriebe. "Erstens sind sie schon sieben Jahre alt und damit in die Jahre gekommen und zweitens hat sich auch der Mitgliederbestand verändert", sagt Bosch. "Deshalb müssen sie endlich erneuert werden."
Zwei Veranstaltungen hat der GVV im Jahr, den Gewerbemarkt im Frühjahr, in diesem Jahr am 28. April, und den Nikolausmarkt am 7. und 8. Dezember.

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