Auf Biotonne folgt Tüte: Mehr Gerechtigkeit und mehr Müllvermeidung sind nötig

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Es wird Zeit brauchen, damit sich die Bürger an das neue Bringsystem Biotüte (Eimerchen) gewöhnen werden. Diejenigen, denen ein Sammelcontainer vor die Haustür gestellt wird, werden es vermutlich nie akzeptieren.

Diejenigen, die es besonders weit bis zum Container haben, werden auch nicht gerade Hurra schreien. Einige werden den Biomüll in ihre graue Tonne werfen – bestenfalls.

Und wenn ART-Geschäftsführer Monzel betont, dass es (nicht zuletzt dank des Systemwechsels) für 2020 keine Gebührenerhöhung gibt, so ist das nur die halbe Wahrheit: Erstens bekommt man künftig eine kleinere Restmülltonne, falls man in etwa nur so viel bezahlen möchte wie bisher. Und zweitens kommt das neue System vor allem diejenigen teuer zu stehen, die bislang auf Eigenkompostierung gesetzt und auf eine Biotonne verzichtet haben. Immerhin 57 Prozent der Haushalte des Kreises. Denn auch sie werden nun dafür zur Kasse gebeten, auch wenn sie es gar nicht nutzen. Die Quersubventionierung sollte hinterfragt werden – über 2020 hinaus!

Um mehr Akzeptanz gegenüber dem Bringsystem zu schaffen, muss also noch an etlichen Stellen nachgebessert und viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Gebührengerechtigkeit lautet das Zauberwort. Wer viel Müll produziert und das System umfassend in Anspruch nimmt, sollte viel zahlen, wer Müll vermeidet, muss dafür spürbar belohnt werden.

Weitere Änderungen, wie die flexible Größe der Restmülltonne und die künftige Sperrmüllabfuhr per Anruf, hingegen dürften sofort auf Zustimmung stoßen, da sie erstens zur Müllvermeidung beitragen und zweitens dem Sperrmülltourismus ein Ende machen – und weniger Zeug am Straßenrand stehenbleibt.

m.huebner@volksfreund.de