Mehr Lebensort als nur Lernort

Mehr Lebensort als nur Lernort

Premiere in Gillenfeld: Zum ersten Mal hat es eine Zukunftskonferenz in einer Schule in der Verbandsgemeinde Daun gegeben. Mehrere Arbeitsgruppen sind entstanden.

(red) In der Schule am Pulvermaar rauchten die Köpfe - und das auch noch an einem Samstag. Schüler, Eltern, Lehrer, Schulpersonal, Ortsbürgermeister aus dem Schulbezirk und auch Mitglieder der Genossenschaft am Pulvermaar kamen zusammen, um im Rahmen einer Zukunftskonferenz eine Vision für die Bildungsregion Gillenfeld zu erarbeiten. Zukunftskonferenzen gab es bereits in einigen Orten in der Verbandsgemeinde (VG) Daun, aber in Gillenfeld erstmals in einer Schule. VG-Bürgermeister Werner Klöckner und ein Team der VG-Verwaltung begleiteten die Teilnehmer durch den Tag.

Erste Essbare Schule Deutschlands, Natur- und Geoparkschule, Modellschule für Partizipation und Demokratie sind Titel, mit denen sich die Schule am Pulvermaar schmückt. Doch was steckt dahinter?
Da ist beispielsweise die Mensa, in der täglich - zum Teil mit Gemüse aus den Hochbeeten im Schulgarten - frisch gekocht wird. Schülerin Emily sagt: "Hier schmeckt es so gut wie zu Hause." Da ist aber auch die Wundermaar-Arbeitsgemeinschaft, in deren Rahmen sich die Schüler unter anderem um die Schulschafe kümmern und in der wichtige Sozialkompetenzen gefördert werden. Die Teilnehmer bestätigen, dass Naturerfahrungen den Alltag bereichern.

Ein vielfältiges Angebot gibt es in der Schule bereits sowohl im Unterricht als auch in Form von Arbeitsgemeinschaften in den Nachmittagsstunden. Doch wird das so auch wahrgenommen und wertgeschätzt? Sicher war man sich da nicht und möchte daher künftig von Ereignissen berichten und damit auch auf die Bildungseinrichtung aufmerksam machen. Dazu zählt beispielsweise auch ein neuer Internetauftritt.
Dass Schule mehr Lebensort als nur Lernort ist, zeichnet sich schon länger als Trend ab. Durch das Ganztagsangebot verbringen die Kinder einen Großteil ihres Tages in der Schule. Eltern daran nicht teilnehmender Kinder fahren am Nachmittag über die Orte, um sie zum Fußball oder Musikunterricht zu bringen. Warum also holt man nicht beispielsweise die Hobbys in die Schule? Dazu würde sich eine Kooperation mit den ortsansässigen Vereinen anbieten. Die Schule soll außerdem offen für alle sein.

Kürzlich gestartet ist das Projekt, in dem ältere Menschen die Kinder in der Schule besuchen, um mit ihnen Gesellschaftsspiele zu spielen. Neben dem Spaß am Spiel steht natürlich auch die Begegnung von Jung und Alt im Mittelpunkt. Da kann es schon passieren, dass das Spiel zur Nebensache wird, wenn man einander so viel zu erzählen hat. Was testweise in einer Klasse gestartet ist, soll nun Schritt für Schritt erweitert werden.
Dabei arbeiten die Schule am Pulvermaar und die Genossenschaft am Pulvermaar eng zusammen. An der Umsetzung der bei der Konferenz entstandenen Ideen und Visionen arbeiten nun folgende Arbeitsgruppen: Sozialkompetenzen wecken, fördern und umsetzen; Eine Schule für alle; Individuelles Fördern; Digitalisierung & Technik; Natur und Umwelt; Mitmacher - egal ob Schüler, Eltern, Großeltern oder generell Interessierte - sind jederzeit willkommen! Die Dokumentation zur Zukunftskonferenz ist als Download unter www.schule-gillenfeld.de verfügbar.