Mehr Platz für Kinder

Günstige Variante: Mit rund 120 000 Euro kommt die Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim laut Schätzung aus, um in den drei Kindergärten Platz für Einjährige zu schaffen, wie es ab August 2013 gesetzliche Pflicht ist. Für alle U-3-Plätze werden rund 450 000 Euro investiert. In den Nachbarkommunen fallen dafür oft Millionenbeträge an.

Hillesheim/Gerolstein. "Bei der ursprünglichen Bedarfsberechnung lief alles auf einen Anbau hinaus. Doch dann haben wir uns die Zahlen noch mal genau angeschaut und kamen zum Schluss: Es geht auch so. Und das Landesjugendamt hat nach einem Besichtigungstermin zugestimmt." Mit diesen Worten umreißt Birgit Knauer von der Sozialabteilung im Hillesheimer Rathaus die Planungen der VG, Kitaplätze für Einjährige zu schaffen. Speziell geht es um den Kindergarten Kunterbunt in Hillesheim - mit 175 Plätzen die größte der drei Kitas im Hillesheimer Land (siehe Zweittext).
Seit Sommer 2010 ist in Rheinland-Pfalz bereits für alle Kinder ab zwei Jahren der Besuch des Kindergartens kostenfrei, ab August 2013 gilt das auch für Einjährige. Und die Kommunen als Träger der Kitas sind in der Pflicht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Vielerorts - zum Beispiel in Gerolstein und Daun - müssen dafür siebenstellige Summen für An- und Neubauten investiert werden. Im Hillesheimer Land wird mit Gesamtkosten von knapp 120 000 Euro für alle drei Kitas gerechnet.
Mit geschätzten 78 000 Euro ist dabei der Umbau des Kindergartens Kunterbunt in der Lammersdorfer Straße in Hillesheim am teuersten. Dass auf einen Anbau verzichtet werden kann und es somit nicht deutlich teurer wird, liegt daran, dass die Räume im Kindergarten sehr geräumig und Ruhemöglichkeiten bereits vorhanden sind.
Spezialtüren für die Kleinen



Dennoch ist, bis der erforderliche neue Standard erreicht ist, noch einiges zu tun. Einen großen Batzen (26 000 Euro) macht die Einrichtung einer neuen Küche samt Notausgang aus. 23 000 Euro kalkuliert Verwaltungsmitarbeiterin Birgit Knauer für die technischen Umbauten beim Alarmsystem und Brandschutz ein - und solche, die Verletzungen durch sich schließende Türen verhindern sollen. Das Mobiliar schlägt mit 14 000 Euro zu Buche, die Einrichtung eines Ruhe- und Entspannungsraums mit 6000 Euro und die Umbauten im Sanitärbereich mit 9000 Euro.
In exakt einem Jahr gilt der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Einjährige. Aber so lange hat die Verwaltung nicht Zeit für den Umbau. "Wir haben die Vorgabe vom Land, dass bis 30. April 2013 alles fertig sein muss. Daher ist auch ein gewisser Druck da", sagt Birgit Knauer. Für den Ruh- und- Entspannungsraum seien die Aufträge bereits raus. Danach folgen die technischen Umbauten sowie die Küche, 2013 sollen dann die Arbeiten im Sanitärbereich folgen.
Auf die Frage, ob es zu Platzengpässen kommen könne oder die prognostizierte Abnahme der Bevölkerung vielleicht schon früher einsetze und so zu viel Platz geschaffen werde, wollte Birgit Knauer keine Aussage treffen. Sie sagte lediglich: "Klar ist: Der Bedarf an Plätzen für Zweijährige wird immer größer. Aber ob das auch so bei den Einjährigen wird? Abwarten!"