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Mehr Service am Brubbel

Mehr Service am Brubbel

Neues Umfeld für die Touristenattraktion Brubbel: Ab August werden in Wallenborn ein neues Besucherzentrum mit Toiletten, zusätzliche Parkplätze für Autos und Busse sowie eine Wendeschleife entstehen. Der Eintritt steigt auf 1,50 Euro.

Wallenborn. Mehr als 60 000 Besucher im Jahr schauen sich das faszinierende Schauspiel des Wallenden Borns an, im Volksmund liebevoll Brubbel genannt. Der Kaltwassergeysir, der alle 30 bis 40 Minuten eine Fontäne ausstößt, ist der einzige in der Vulkaneifel und damit ein Besuchermagnet der Region.
Doch angesichts der Massen von Gästen entstehen auch Probleme. "Es langt einfach nicht mehr. Die vorhandene Infrastruktur ist für die große Anzahl der Besucher total unterdimensioniert", sagt Madlene Steffes, Bürgermeisterin der Gemeinde Wallenborn. "Die Anzahl der Parkplätze reicht besonders am Wochenende nicht aus, und Toilettenanlagen wären hier sehr wichtig." Insbesondere der Motorradtourismus zum Brubbel habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen, erklärt die Bürgermeisterin.
Die Gemeinde hatte bereits vor sechs Jahren den ersten Antrag zur Modernisierung des Geländes rund um den Wallenden Born gestellt. "Wir verstehen uns hier auch als Dienstleister der Region, deshalb haben wir immer gehofft, dass wir für die Baumaßnahme auch entsprechende Fördermittel bekommen", sagt Steffes. Das hat nun geklappt, 280 000 Euro wird die Umgestaltung des Brubbels kosten (siehe Extra).
Das Projekt "Besucherlenkung und Umfeldgestaltung Wallender Born" beinhaltet den Bau von zusätzlichen Stellplätzen für Busse und Autos sowie Behindertenparkplätzen und einer Wendeschleife. Die Gemeinde hat dafür ein anliegendes Grundstück gekauft. Zudem wird anstelle der jetzigen Holzhütte ein festes Gebäude in Sechseckform errichtet. In diesem Besucherzentrum werden neben dem Ticket- und Auskunftsschalter noch Damen-, Herren- und Behindertentoiletten gebaut. Anvisiert war der Baubeginn schon zum Start der Saison, doch es gab eine Verzögerung beim Genehmigungsverfahren. Die Details sind nun aber geklärt, die Bauarbeiten sollen in zwei bis drei Wochen starten. Geplant ist, das Servicegebäude noch in diesem Jahr zu errichten. Das Eintrittsgeld von bisher einem Euro, das die Gemeinde komplett in die Erhaltung der Anlage steckt, muss nach einer Auflage der Kommunalaufsicht auf 1,50 Euro erhöht werden. "Wir haben ja für die Unterhaltung der Anlage, wie Wasser für die Toiletten, auch mehr Kosten", hält die Bürgermeisterin die Erhöhung für gerechtfertigt. Sie verweist darauf, dass nicht nur die Gäste, sondern der Ort selbst und damit auch die Gewerbetreibenden der Hotellerie und Ferienbetriebe sowie die direkt neben dem Brubbel gelegene Imkerei, die seit April einen neuen Pächter hat, von dem Vorhaben profitieren.
Steffes: "Der Brubbelbereich soll sich durch die zusätzlich geschaffene Infrastruktur auch zu einem neuen Kommunikationsbereich im Dorf entwickeln, zum Beispiel für ein Brubbelfest oder musikalische Veranstaltungen."
Extra

Die Kosten für die Arbeiten sind mit 280 000 Euro veranschlagt. Die Ortsgemeinde Wallenborn als Träger erhält eine EU-Förderung in Höhe von 176 766 Euro sowie Zuschüsse der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel von 12 258 Euro und der Verbandsgemeinde Daun von 28 000 Euro. Ihren Eigenanteil von 35 Prozent der Bausumme (70 000 Euro) muss die defizitäre Gemeinde über einen Kredit vorfinanzieren. HG