Mehr Soldaten in Daun, aber weniger in Hilscheid, Gerolstein und Trier

Berlin/Trier · Aufatmen in Trier, Gerolstein und Daun. Hier bleiben die Bundeswehrstandorte erhalten. Damit kommt die Region vergleichsweise glimpflich davon. In Rheinland- Pfalz werden insgesamt fünf Standorte geschlossen.

Radikale Schrumpfkur für die Bundeswehr: Mehr als 120 der bundesweit 400 Standorte werden geschlossen oder drastisch verkleinert. Das Konzept von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) trifft Bayern, Schleswig-Holstein und das Saarland am härtesten. Bayern verliert mit fast 20 000 von bisher 50 700 Dienstposten die meisten Soldaten. Im Saarland fällt sogar fast jeder zweite Bundeswehrjob weg. In Schleswig- Holstein werden acht Standorte geschlossen - so viele wie in keinem anderen Land. Auch Rheinland-Pfalz ist von den Plänen betroffen. Für fünf Standorte bedeutet die Reform das komplette Aus: Speyer, Kusel, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Birkenfeld und Emmerzhausen. Ohne Blessuren kommen auch die Standorte in der Region nicht davon. So werden in Gerolstein 200 und in Trier 90 Dienststellen gestrichen. Von den Kürzungen ist auch Hilscheid (Verbandsgemeinde Thalfang) betroffen. Hier sollen 30 Stellen gestrichen werden. Der Betrieb der Radaranlage auf dem Erbeskopf soll aber aufrechterhalten werden. Gewinner der Reform ist dagegen Daun. Der Standort bekommt 40 Stellen dazu. Entsprechend groß war die Freude bei Oberst Reinhard Jörß, dem Kommandeur des in Daun stationierten Fernmeldebereichs 93. Da Daun ein großer Standort bleibe, habe die Heinrich-Hertz- Kaserne eine gute Perspektive. Auch dem Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 281 in Gerolstein, Oberstleutnant Hans-Jörg Oster, fiel nach der Entscheidung ein Stein vom Herzen: "Bei uns allen herrscht große Freude und Erleichterung, dass der Standort und das Bataillon erhalten bleiben." Zwar wird die Zahl der Dienstposten von 960 auf 760 reduziert. Doch schon seit geraumer Zeit liegt die reale Personalstärke bei nur 700 Soldaten. In Trier kommen keine neuen Kürzungen hinzu. Stattdessen werden jetzt die bereits 2009 beschlossenen Stellenstreichungen umgesetzt. So werden das Zentrum Elektronischer Kampf/Fliegende Waffensysteme in den Allgäu verlegt und das Musterungszentrum aufgelöst. dpa/tz/mhStandortplanung in Zahlen:

Dienstpostenstellen

StandortAlte StärkeNeue Stärke
 Daun 1.320 1.360
 Gerolstein 960 760
 Trier 590 500
 Hilscheid (Erbeskopf) 50 20
 Birkenfeld 390 
 Baumholder 530 320
 Büchel 1.880 1.920
 Cochem 350 440
   

Quelle: Bundesministerium der Verteidigung
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Bundesweit unterhält die Bundeswehr knapp 400 Standorte. Nun werden im Zuge einer Bundeswehrreform 31 davon geschlossen. 90 weitere sollen drastisch verkleinert werden, das heißt um 50 Prozent oder um mehr als 500 Posten. An 33 Standorten werden dann nur noch weniger als 15 Soldaten oder Zivilisten beschäftigt sein.

In Rheinland-Pfalz werden daher fünf der hiesigen 33 Bundeswehr-Standorte geschlossen: Speyer, Kusel, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Birkenfeld und Emmerzhausen. An diesen fünf Standorten gibt es derzeit mehr als 3000 Soldaten und Zivilkräfte, der größte ist Speyer mit fast 1200.

Hintergrund: Die Bundeswehr muss sparen und soll von ursprünglich 250.000 auf 170.000 bis 185.000 Soldaten schrumpfen; künftig arbeiten dort auch weniger Zivilisten. Das Aussetzen der Wehrpflicht hat bereits zu einer Verkleinerung auf rund 200.000 Soldaten geführt.