Mehr Umsatz durch weniger Ascher

Mehr Umsatz durch weniger Ascher

COCHEM-ZELL. (red) Wie würden Gaststätten im Kreis ein Rauchverbot auffassen? Haben sie schon Erfahrungen mit der Trennung in Raucher- und Nichtraucherzonen? Gibt es Fragen, die sich angesichts der Vereinbarung von Gesundheitsministerium und dem Gaststättenverband auch für hiesige Gastronomen stellen? Wir befragten Restaurantbetreiber im Kreis.

Auch für die Betreiber von Restaurants im Kreis ist der Umgang mit rauchenden Gästen wieder ein Thema. Denn seit dem 1. März gilt für Betriebe mit mehr als 75 Quadratmetern oder 40 Plätzen eine freiwillige Selbstverpflichtung des Dehoga (Deutscher Hotel und Gaststättenverband).Danach halten zumindest 30 Prozent der betroffenen Betriebe wenigstens 30 Prozent ihrer Plätze für Nichtraucher bereit. Diese Regelung stellt auch Betriebe im Kreis vor ein Problem, wie Gertrud Ostermann, Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, bestätigt: "Wenn möglich, sollte ein rauchfreier Raum vorgehalten werden. Das geht meist nur in Restaurants, da viele Kneipen einfach nicht genug Platz für einen zweiten Raum oder eine Trennung in Zonen haben." Wie Ostermann betont, kann man aber auch nicht jeden Betreiber eines Lokals bevormunden, sondern muss versuchen, allen Interessengruppen gerecht zu werden.

Verständnis zeigen für Nichtraucher und Raucher

Bei den Betrieben im Kreis wird dies auf verschiedenen Wegen umgesetzt, und manche Betreiber haben schon erste Erfahrungen mit Aufteilungen in Raucher- und Nichtraucherbereiche gesammelt. Lieselotte Arnicot, Betreiberin des Restaurant-Hotel "Kurfürst" in Kaisersesch, ist für ein generelles Rauchverbot. "Allerdings muss man auch die Raucher verstehen, für sie gehört die Zigarette nach dem Essen zur Lebensqualität. Wir werden bald eine Trennung in Zonen einführen. So hat dann jeder seine Lebensqualität."

Marlies Bach vom Schloss-Hotel "Petry" in Treis-Karden spricht sich für ein Rauchverbot aus, aber mit Rücksicht auf die Gäste führt sie keines ein. "Wir haben schon eine Zonentrennung, und im Falle eines totalen Rauchverbotes müssten wir befürchten, dass noch weniger Leute kämen", sagt sie und fügt hinzu: "Gegenseitige Rücksichtnahme haben wir auch schon erlebt: Raucher, die zum Rauchen vor die Tür gehen, und Nichtraucher, die sich zu rauchenden Freunden an den Tisch setzen."

Im Chinarestaurant "Lotus" in Cochem ist die Meinung ähnlich. Betreiber Kwok Ming Tam sagt: "Wir würden ein Rauchverbot begrüßen. Denn die Lüftung hilft nicht wirklich gegen den Qualm. Vor allem im Winter stört es, da wir dann keine Fenster öffnen können." Erfahrungen mit einer Trennung in Raucher- und Nichtraucherbereiche hat er auch schon gesammelt: "Wir haben einmal zwei Tage lang auf einigen Tischen die Aschenbecher entfernt und wurden dann gleich von Rauchern gefragt, wo denn die Aschenbecher seien." Ein Rauchverbot müsse schon in einem größeren Rahmen, beispielsweise kreis- oder stadtweit, existieren, meint Kwok Ming Tam. "Dann wären wir sofort dabei."

Positive Auswirkungen eines Rauchverbots verspricht sich Ingo Beth, Betreiber des Restaurant-Hotel "Lohspeicher" in Cochem. "Ich glaube sogar, dass bei einem Rauchverbot mehr Kunden kommen würden. Manche machen bestimmt auch wegen der verrauchten Atmosphäre in den Lokalen einen Bogen um diese", ist sich Beth sicher.

Auch Anita Lohner, Betreiberin des Café Flair in der Kreisstadt, befürchtet keine negativen Auswirkungen: "Ich denke, dass mir ein generelles Rauchverbot keine Probleme bereiten würde. Derzeit habe ich die komplette untere Etage für Nichtraucher eingerichtet, im oberen Stockwerk ist der Raucherbereich." Marino Massimiliano von der Pizzeria "La Pergola" in Lutzerath sagt: "Auch mir gefällt der Zigarettenrauch nicht. Er ist eben nicht gut für die Gesundheit. Aber in unserem Restaurant dürfen die Gäste überall rauchen." Elke Brohl von der "Bürgerstube" in Zell befürwortet ebenfalls ein Rauchverbot: "Unsere Gäste wollen ungestört essen. Wir haben jedoch auch die notwendigen Räume, um eine entsprechende Aufteilung umzusetzen. Wir haben jetzt schon einen Raum nur für Nichtraucher vorgesehen. Bei Gesellschaften konnten wir ebenfalls oft beobachten, dass die Raucher nicht in unserem Gesellschaftsraum rauchten, sondern an die Theke kamen. Das Problem ist die Toleranz der Raucher gegenüber solchen Vorschlägen."