Mein Freund, das Bäumchen

Mein Freund, das Bäumchen

DREIS-BRÜCK. (gs) Zu einem festen Brauch im Mai hat sich in Dreis-Brück die Baumpflanzaktion für den Nachwuchs etabliert. Sieben Familien haben für ihre im vergangenen Jahr geborenen Kinder bei der 15. Auflage des Brauchs ihren Lieblingsbaum gepflanzt. Für die anderen Familien war bei dieser Gelegenheit wieder gemeinschaftliche Baumpflege angesagt.

"Wir finden, die Baumpflanzaktion der Gemeinde ist eine schöne Sache", sagte Marina Scher, die mit ihrer Familie vor kurzem zugezogen ist. Für Söhnchen Tim haben die Eltern einen Kastanienbaum gepflanzt. Auch die Eltern von Marie, Milena, Rico, Eric, Nils und Louis haben für ihre kleinen Stammhalter einen Baum gesetzt. Zum Hintergrund der Baumpflanzaktion erklärte Ortsbürgermeister Gerd Schneider: "Die Gemeinde hat diesen Brauch gestartet, damit die jungen Familien sich näher kennen lernen und die Gemeinschaft gefördert wird." Nach der Baumpflanzaktion war daher auch in diesem Jahr nach getaner Arbeit geselliges Beisammensein angesagt. Daran beteiligten sich auch wieder die Familien, die mit ihren Kindern zur Baumpflege gekommen waren. In den Vorjahren fand der Abschluss der Aktion traditionell in der Grillhütte am Sportplatz statt. Nachdem aber die Grillhütte nach dem Brand im April in Schutt und Asche liegt, wurde für die Baumpflanzaktion 2004 kurzerhand ein Zelt am Sportplatz aufgebaut. Der Sportplatz liegt in einem Wiesental zentral zwischen den beiden Ortsteilen Brück und Dreis, direkt an einem Wirtschaftsweg, der die beiden Dörfer verbindet. Entlang dieses Weges pflanzten die Väter und Mütter "von der Mitte aus" 1990 die ersten Bäume, die sie von der Ortsgemeinde geschenkt bekommen hatten. Dabei gingen die ersten Baumpflanzer folgendemaßen vor: Für die Brücker Kinder setzten sie die Bäume von der Mitte der Strecke aus in Richtung Brück und entsprechend für den Dreiser Nachwuchs in Richtung Dreis. In den Folgejahren reihten sich die Bäume der jeweils neu geborenen Kinder dazu. Die "Besitzverhältnisse" dokumentieren kleine Holztafeln mit Name und Geburtsjahr. Kein Wunder, dass der Weg inzwischen sehr beliebt ist für Familienspaziergänge, kann doch dabei der Nachwuchs sein Bäumchen begutachten. Bislang schmücken mehr als 150 verschiedene Laubbäume die Verbindung zwischen Dreis und Brück - und geben Zeugnis vom steten Wachstum.