Mekka des Mordes

Was für Daun die Maare, für Gerolstein der Sprudel und (noch) das Radteam, soll für Hillesheim der Krimi werden: das Alleinstellungsmerkmal.

Hillesheim. Angespornt vom Erfolg der Eifel-Krimis von Jacques Berndorf alias Michael Preute, die am "Weinberg" bei Berndorf ihre Initialzündung fanden, über den 2004 eröffneten Krimi-Wanderweg bis hin zum eröffneten Kriminalhaus: Das Eifelstädtchen Hillesheim will "Krimi-Mekka Deutschlands" werden. Zumindest gibt Hillesheims Chef-Touristiker Manfred Schmitz dieses Ziel vor. Er sagt: "Das Thema Krimi hat für uns höchste Bedeutung, es ist unser wichtigstes Alleinstellungsmerkmal." Auf dem Weg dahin sei Hillesheim bereits ein "beachtliches Stück" fortgeschritten. Daher kommt es auch nicht von ungefähr, dass Schmitz unlängst bei einer bedeutenden Fachtagung von Touristikern aus ganz Deutschland einen Vortrag über die touristische Vermarktung des Themas Krimi in der Eifel gehalten hat. "Allein die Tatsache, dass dies zum Vortragsthema ausgewählt wurde, zeigt, welche Bedeutung dem Vorhaben beigemessen wird. Letztlich wurde es von den Fachkollegen als hervorragendes Beispiel für Kulturtourismus gewürdigt", berichtet Schmitz. Besonders die Einbindung von Partnerbetrieben, das "Private-Public-Partnership", wurde gelobt. So können in Hillesheim Krimiwochenenden zum Preis von 125 Euro pro Person gebucht werden. Dabei können die Besucher auf den Krimi-Wanderwegen die Schauplätze bedeutender Eifel-Krimis von Jacques Berndorf oder Ralf Kramp besuchen, in den Lieblingsgaststätten der Krimihelden Baumeister und Co. einkehren und deren Lieblingsspeisen bestellen. Das Beachtliche dabei: "Uns hat die Infrastruktur gerade einmal 1000 Euro gekostet. Und die haben wir schon zigfach wieder reingeholt", freut sich Touristiker Schmitz. Gemessen am Verkauf der Wander-Begleitbroschüren tummeln sich jährlich 10 000 Gäste - von der Ostsee bis zum Bayerischen Wald - auf dem Krimi-Wanderweg. "Die meisten kommen wegen des Themas Krimi zu uns", betont Schmitz. Und ein Ende der Vermarktung von Mord und Totschlag ist noch nicht abzusehen. Mit der Eröffnung des Krimihauses von Monika und Ralf Kramp, in dem neben dem Café Sherlock die mit 26 000 Titeln größte Krimi-Bibliothek im deutschsprachigen Raum untergebracht ist, ist Hillesheim für noch viel mehr Krimifreunde zum Magnet geworden. Zudem seien fünf Krimiwochenenden 2008 geplant, über weitere Ideen wie die einer buchbaren Krimi-Schreibwerkstatt mit renommierten Autoren, würden Gespräche geführt. Wie sich das Thema Krimi auf die Besucher- und Übernachtungszahlen ausdrückt, weiß Schmitz nicht, er sagt aber: "Jeder Geschäftsmann in der Region spürt, dass sich etwas tut."