Melanie Stellmes ist seit Kurzem Bürgermeisterin der Ortsgemeinde Kopp

Kommunalpolitik : "Wir sollten den Mut haben, Probleme selbst anzupacken"

Melanie Stellmes ist neue Bürgermeisterin von Kopp in der Verbandsgemeinde Gerolstein. Sie ist in der 700-jährigen Geschichte die erste Frau, die die Geschicke des Dorfs lenkt.

Idylle: Schon die Fahrt auf der schmalen Landstraße durch Wälder und an Wiesen vorbei könnte eine Sequenz aus einem Heimatfilm  sein. Und dann wohnt die neue Ortsbürgermeisterin auch noch in einem malerischen Holzhaus am Rande von Kopp. Da kommt die Frage auf, ob es in dem Ort in der Verbandsgemeinde Gerolstein nicht eventuell ein Häuschen zu erwerben gibt. „Das ist ein wunder Punkt für das Dorf“, sagt Melanie Stellmes: „Wir haben einige Leerstände, Häuser, die seit geraumer Zeit verfallen und an denen nichts getan wird.“ Auf dem Weg durch die lang gezogene Gemeinde hinunter ins Tal fallen die Ruinen auf, eben weil sie auch in der Nachbarschaft aufwendig restaurierter historischer Gebäude stehen.

„Das nervt“, sagt die Bürgermeisterin. „Kopp ist zwar dank der guten Arbeit meines Vorgängers Klaus Breuer schuldenfrei, aber die Fantasiepreise, die die Eigentümer für den Ankauf ihrer leerstehenden Gebäude aufrufen, können und wollen wir nicht bezahlen.“ Ihr Plan: unbequem  bleiben - „und wenn ich jeden Monat einen Brief an die Besitzer der Bauruinen im Ort schreiben muss, damit sie an der derzeitigen Situation etwas ändern, dann mache ich das so.“

Viele der rund 180 Einwohner der Gemeinde leben von der Landwirtschaft, doch auch der Tourismus zählt zu den Einnahmequellen. Verfallene Häuser mitten im Ort machen sich da gar nicht gut.

Ihre Erfahrung aus der Verwaltungsarbeit will die 36-Jährige für das Bürgermeisteramt nutzen. Sie ist beim Landesbetrieb für Mobilität (LBM) in Gerolstein angestellt und arbeitet nebenbei auch für die Verbandsgemeinde Bitburger Land. Melanie Stellmes` Ressort beim LBM beinhaltet die Planung, Instandhaltung und den Bau von Radwegen in der Region. Und auf dem Rad ist die „Ur-Kopperin“, die 2009 die Mountainbike-Meisterschaften von Rheinland-Pfalz gewann, oft zu sehen. Im Nebengewerbe bietet sie geführte Mountainbike-Touren an, in Zukunft werde sie diese Angebote wohl einschränken müssen. „Dafür wird mir als Bürgermeisterin wahrscheinlich die Zeit fehlen“, sagt Stellmes.

An Projekten, die endlich einmal angegangen werden sollten, fehle es in Kopp nicht: „Wir wollen das Dorfleben, das Miteinander aufpeppen. Ein Frauentreff und ein Treff für die Senioren des Ortes sollten ins Leben gerufen werden, und wir müssen uns an eine bessere Außendarstellung unserer Gemeinde machen. Dazu gehört selbstverständlich auch die Einrichtung einer eigenen Website.“

Eine Riesenaufgabe werde die  Sanierung der Landesstraße 30, die durch den Ort führt. „Da ist noch lange nichts in trockenen Tüchern - aber irgendwann muss die Sache angegangen werden.“

Wichtig sei es, die Entscheidungen des Gemeinderates transparenter zu gestalten. „Wir müssen die Leute mitnehmen. Und wir müssen selbst den Mut haben, die Probleme in Kopp anzupacken. Mein Wunsch ist es, dass die Kopper diesen Weg mitgehen.“

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