Menschen im Verein

Der Karnevalsverein Kelberg (KVK) besteht seit 40 Jahren (siehe Bericht oben), und genau so lange ist Jakob Saxler (64) aus dem Ortsteil Köttelbach mit von der Partie - und will es noch lange bleiben.

Kelberg-Köttelbach. Als Maurerpolier ist Jakob Saxler in Rente. Nun widmet er sich noch mehr als bisher seinem Bauerngarten und seinen Streuobstwiesen, und er macht ausgedehnte Fahrradtouren - "am liebsten an Flüssen entlang von der Quelle bis zur Mündung", erzählt er. Er ist Mitglied im Brauchtumsverein seines Heimatdorfs, und er ist einer der Köttelbacher "Martins-Singers". Was ihn aber als Vereinsmenschen besonders auszeichnet, ist seine Treue zum KVK. Niemand habe ihn seinerzeit auffordern müssen, in den KVK einzutreten, erinnert er sich an den Anfang im Jahr 1974. "Da bin ich froh und freiwillig zur Gründungsversammlung gegangen", sagt er. Als Kassierer übernahm er umgehend ein wichtiges Amt im Vorstand und wurde zwei Jahre später zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Insgesamt 17 Jahre lang war er erster Vorsitzender: von 1985 bis 1993 und von 1998 bis 2005. Zwei Mal leitete er zudem als Präsident die großen Prunksitzungen. "In den vergangenen Jahren war das Programm so hochgefahren worden, dass mehr als 200 Dienste besetzt werden mussten", erklärt er. Weil das kaum mehr zu schaffen gewesen sei, habe der Verein sich neu orientieren müssen, meint er mit Blick auf die Verschnaufpause des KVK in der Session 2012/13. In dem jetzt neu gewählten Vorstand ist er als beratendes Mitglied tätig. Was Jakob Saxler über die Vereinsarbeit hinaus landauf, landab beliebt und bekanntgemacht hat, sind seine Auftritte als "pfiffiges Kerlchen". In blauem Kittel und mit schwarzem Hut steigt er seit der ersten KVK-Kappensitzung Jahr für Jahr in die Bütt und hält seine Rede mit seinem unvergleichlich trockenen Humor und der ihm eigenen Verschmitztheit. Noch nie habe es Ärger oder Anfeindungen nach einem Auftritt gegeben, sagt er stolz. "Man muss aktuell, originell und witzig sein, aber oberstes Gebot ist, dass man die Privatsphäre der Menschen respektiert und niemals verletzend ist", sagt er. Und weil er so pfiffig ist, fordert er sich am Ende des TV-Gesprächs drei Wünsche ein. Erstens soll Karneval niemals mehr - wie 1991 - wegen Krieg ausfallen. Zweitens sollen die Kelberger aus dem Ausfall 2012 lernen, dass man nicht nur feiern kann, sondern auch arbeiten muss, wenn man in einem Verein ist. Und drittens sollen Respekt und Achtung im Umgang miteinander immer an erster Stelle stehen. bb