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Michael Schimper leitet seit April das Forstamt Gerolstein.

Menschen : Feines Gespür für den Wald und die Musik

Michael Schimper leitet seit April das Forstamt Gerolstein. So sieht seine erste Bilanz aus.

Seit April 2019 leitet der 56-jährige Michael Schimper das Forstamt Gerolstein. Wer mit dem Oberforstrat spricht, der merkt sofort: Das ist ein Mann, der macht nicht bloß seinen Job, sondern er erfüllt ihn mit Herzblut: Förster aus Berufung quasi. Der Musikliebhaber ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern, geboren in Bernkastel-Kues und aufgewachsen in Manderscheid, 1982 Abitur in Daun, dann Wehrdienst in Gerolstein.

„Nach der Laufbahnprüfung war mein erster Einsatz im Forstministerium im Referat Holzverwertung. Das war prägend für meinen weiteren Berufsweg“, bewertet er seinen Start in den Traumberuf Förster. Eigentlich wäre er lieber direkt in ein Revier gegangen. Das folgte dann 1989 mit der Übernahme der Revierleitung im Forstamt Hachenburg. Gleichzeitig war er als Arbeitslehrer an der Landeswaldschule tätig. „Der Kontakt mit den jungen Leuten ist eine wichtige Erfahrung, die ich auch heute noch schätze“, fügt er hinzu. Sein weiterer Berufsweg führte ihn über etliche anderen Stationen – zuletzt in das Kompetenzzentrum Waldtechnik in Hermeskeil, von wo er im April 2019 nach Gerolstein kam.

„Hier habe ich ein Forstamt in „Schuss“ vorgefunden. Ein historisches Dienstgebäude sowie motiviertes und erfahrenes Personal“, fasst Schimper seine ersten Eindrücke zusammen. Gepflegte Wälder mit guten Vorräten und damit guten Forsthaushalten in den Gemeinden und die einzigartige Schönheit der Landschaft entlang der Kyll rund das Bild ab.

Eines seiner selbstgesteckten Ziele ist die Optimierung von Kommunikation und Zusammenarbeit im Netzwerk Wald, wie er es nennt. „Alle, die in irgendeiner Weise mit Wald zu tun haben, gehören nach meiner Ansicht zum Netzwerk Wald“, erklärt Schimper. Jäger, Waldbesitzer, Öffentlichkeit, Tourismus, Naturschutz zählen dazu.

„Diese verschiedenen Nutzungsanforderungen müssen in einem vernünftigen Ausgleich berücksichtigt werden. Als Forstleute sollten wir versuchen, die verschiedenen Ansprüche an den Wald zu kanalisieren“, sagt er. Dabei könne einmal mit dem Wald Geld verdient werden, ein anderes Mal könne die Sozialfunktion des Waldes etwa mit der Bereithaltung von Waldwanderwegen für die Bevölkerung stärker berücksichtigt werden.

Weiteres wichtiges Thema: der Klimawandel. Der hinterlasse besorgniserregende Spuren in den heimischen Wäldern: vertrocknete Bäume, Schäden durch Stürme oder Starkregen und eine massive Ausbreitung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer. Deshalb ist das Thema Klimawandel ganz oben auf der Agenda des Forstamtsleiters. Hierbei sieht er vor allem aber auch die besondere Funktion und Bedeutung des Waldes als CO2-Speicher. „Wir Forstleute machen uns große Sorgen und stehen vor der Jahrhundertaufgabe des Waldumbaus zu klimastabileren Mischbeständen“, sagt Schimper. Dabei macht er auf die Tatsache aufmerksam, dass dies auch mit einem Wandel in der Waldwirtschaft einhergeht. „Das bedeutet konkret, dass Waldbesitzer mit geringeren Erträgen rechnen müssen. Das erleben wir jetzt schon am darniederliegenden Fichten-Holzmarkt und den Preiseinbrüchen“, erklärt der Fachmann. Der setzt sich nach getaner Arbeit auch mal gerne in den Sessel, um bei klassischer Musik oder auch Blasmusik zu entspannen. Oder zur eigenen Posaune zu greifen.