Millionen für ein attraktives Stadtbild

Millionen für ein attraktives Stadtbild

Mit großem finanziellen Aufwand hat sich die Stadt Daun in den vergangenen Jahren um die Verbesserung des Stadtbilds gekümmert. Insgesamt mehr als sieben Millionen Euro wurden in öffentliche und private Projekte investiert.

Daun. Zu den Kennern der Entwicklung der Stadt Daun gehört sicher auch Waldemar Hartmann. Der 85-Jährige ist ein "Eingeborener" mit einer Ahnentafel bis ins 18. Jahrhundert, also echter Dauner "Stadtadel". Kein Wunder, dass er immer genau hinschaut, was in seiner Heimatstadt geschieht, und das nicht nur als früheres Stadtratsmitglied (bis 1999), sondern auch mit seinem beruflichen Blick als Architekt. Der Trierische Volksfreund hat ihn eingeladen, seine Meinung zur bisherigen Stadtsanierung in Daun zu sagen.

Was wurde umgesetzt? Seit 2005 wurden 2,2 Millionen Euro in Stadtsanierungsprojekte investiert, wovon das Land 1,7 Millionen Euro übernommen hat. Zudem haben mittlerweile 45 private Investoren rund fünf Millionen Euro investiert. Dafür erhielten sie von der Stadt eine Fördersumme von fast 750 000 Euro.

Parkdeck: 1,1 Millionen teuer, wird es bislang nicht wie erhofft von der Bevölkerung angenommen. Warum? Hartmann: "Das Gebäude ist ein schönes Beispiel moderner Architektur, aber das nutzt nichts, wenn die Leute die Parkgebühren scheuen, selbst wenn sie sehr gering sind. Lieber drehen sie Runden durch die Stadt auf der Suche nach einem kostenlosen Platz."

Parkleitsystem für die Stadt: 2008 wurde es für 30 000 Euro installiert. Für Hartmann ist es "sehr ordentlich", und das Wichtigste: "Es funktioniert."

Laurentiusplatz: Fast 450 000 Euro sind vor drei Jahren in die Umgestaltung des zuvor tristen Hallenbadhofs geflossen. "Gut angelegtes Geld", sagt Hartmann, der auch die 2009 aufgestellte Laurentiusstatue für "ansprechend" hält. Die großen Projekte, zu denen auch der Ausbau von Teilen der Rosenbergstraße (für rund 235 000 Euro) und der Borngasse (für rund 285 000 Euro) gehören, bewertet er als "gut gelungen".

Was ist noch zu tun? Als nächste Projekte sind der Ausbau der Arensbergstraße (250 000 Euro) sowie die Umgestaltung der Parkplätze in der Wirichstraße und an der Nikolauskirche (für zusammen 150 000 Euro) vorgesehen.

Diese Vorhaben können aber voraussichtlich erst ab 2012 umgesetzt werden, denn für das laufende Jahr steht ein anderes, deutlich größeres Bauprojekt an: der Ausbau der Bahnhofstraße, die wichtige innerstädtische Verkehrsader, die täglich von 9000 Fahrzeugen benutzt wird.

In vier Bauabschnitte ist das Vorhaben unterteilt, die Bauzeit wird auf rund sechs Monate geschätzt. Die jeweiligen Abschnitte werden voll gesperrt. Kosten: 822 000 Euro. "Dieses Bauvorhaben wird eine echte Belastung für die Stadt", prognostiziert Hartmann viele Probleme im innerstädtischen Verkehr während der Bauphase.

"Es ist viel geschafft worden, was die Stadt Daun nach wie vor attraktiv macht", resümiert Waldemar Hartmann. Dazu zählt für ihn nicht nur die Stadtsanierung, sondern auch die Infrastruktur mit dem Einzelhandelsangebot, den Schulen und den Sportstätten.

Letztere liegen ihm besonders am Herzen, denn er war in unterschiedlichen Vereinen und Funktionen dem Sport stets verbunden. Seine eigenen leistungssportlichen Aktivitäten hat er vor einigen Jahren zurückfahren müssen: "Meinen letzten Skimarathon bin ich 2007 in der Schweiz gelaufen." ZUR PERSONWaldemar Hartmann, geboren 1925 in Daun, war Professor am Fachbereich Architektur an der Fachhochschule Trier. Von 1974 bis 1999 war er Mitglied des Stadtrats, gut die Hälfte davon als Vorsitzender der CDU-Fraktion. Auch im Vereinsleben der Stadt war er aktiv: als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Skiclubs und im TuS Daun. Zudem war er von 1993 bis 2006 Vorsitzender der Leichtathleten im Kreis Vulkaneifel.