Mit 60 PS auf den Mäuseberg

Mit 60 PS auf den Mäuseberg

Betagt, aber zuverlässig: Mit einem 37 Jahre alten Pistenbully präpariert der Ski-Club Daun seine Piste am Mäuseberg. Wenn das Wetter es will, müssen die freiwilligen Fahrer auch nachts in den Einsatz.

Daun. Wenn der Pistenbully PB 060 D aus seiner Garage am Mäuseberg fährt, schnurrt er noch wie ein Kätzchen. Wenn er sich dann aber hochtourig die steile Piste hinaufarbeitet, kann man in der engen Kanzel sein eigenes Wort kaum verstehen. Die Sitze sind hart und kalt, Komfort ist anders. Zwei wohlgenährte Herren müssten schon den Bauch einziehen, um nebeneinander Platz zu finden. "Heutige Raupen sind Hightech, mit Sitzheizungen und Luxusausstattung. Aber dieses Gefährt tut bei uns seit 1986 zuverlässig seinen Dienst", sagt Peter Schlömer, Vorsitzender des Ski-Clubs Daun. Der Schnee kam in diesem Jahr früh und reichlich, und so muss die Dauner Skipiste regelmäßig präpariert werden.

"Man muss raus, wenn der Schnee fällt", sagt Geschäftsführer Otmar Anschütz beim Gespräch in der gemütlichen Skihütte am Fuße des Berges - am ersten Weihnachtstag etwa schon um 7 Uhr morgens. Dann müssen seine zwei Kinder im Grundschulalter am Feiertag schon mal auf den Papa verzichten. Ist neben Schneefall auch starker Wind angekündigt, muss der Pistenbully schnell gestartet werden, auch nachts um 3 Uhr. Sonst landet der Schnee statt auf der Piste im angrenzenden Wald.

Der Schnee wird auf der Piste verteilt und mit einer etwa 250 Kilogramm schweren Walze, Marke Eigenbau, verfestigt. "Wir müssen frischen Schnee immer wieder festdrücken, damit es eine lange haltbare Grundlage gibt", sagt Schlömer und schiebt langsam die zwei Steuerhebel der Raupe nach vorne. Die Aluminiumketten beißen sich in den Schnee. 60 PS scheinen heute nicht mehr viel, aber das Gefährt schafft mühelos auch steile Passagen.

Die Kanzel ist eng und spartanisch ausgestattet. Ein Drehzahlmesser, einige Instrumente zur Überwachung der Hydraulikanlagen, ein paar Knöpfe für Blinklicht und Beleuchtung - das ist alles. Einziger Luxus: die nachgerüstete Frontscheibe mit Heizung für freie Sicht. Die Maschine ist 37 Jahre alt. Der Ski-Club hatte sie 1986 für rund 15 000 Mark gebraucht gekauft. Schlömer: "Toi, toi, toi - abgesehen von ein paar Verschleißteilen ist bis jetzt nichts kaputt gegangen."

Etwa drei Stunden dauert eine Pflegetour für die Piste. Schlömer und Anschütz übernehmen das ehrenamtlich. In diesem Winter gibt es erfreulich viel zu tun. Frischer Schnee wird mit der Walze gepresst, angefrorener Schnee von einem Aluminiumbrett mit scharfen Zacken am Heck der Raupe leicht aufgebrochen. Einen besonderen Führerschein braucht man nicht - "aber viel Erfahrung mit den besonderen Eigenschaften des Hanges", meint Schlömer.

Schlömer und Anschütz scheinen mit ihrer Pistenkur Erfolg zu haben. Familie Korsch aus Krefeld ist begeistert. "Die Piste ist super, gerade für die Kinder", sagt Markus Korsch. Maike (5 Jahre alt) und Maximilian (8) sind kaum zu bremsen. "Wir haben Verwandte in Schutz und kommen oft hierher", sagt Maren Korsch. Die Arbeit ist getan: Schlömer verschwindet mit dem Pistenbully in der Garage.

Infos zu den Pistenbedingungen: www.ski-club-daun.de; Telefon 06592/7737.