1. Region
  2. Vulkaneifel

Archiv Oktober 2019: Mit Drogen und Waffen in die Polizeikontrolle

Archiv Oktober 2019 : Mit Drogen und Waffen in die Polizeikontrolle

Vor dem Landgericht Trier hat ein Strafprozess gegen einen 38-Jährigen begonnen, der früher in der Vulkaneifel gelebt hat. Ihm werden gewerbsmäßiger Drogenhandel, unerlaubter Waffenbesitz und weitere Straftaten vorgeworfen.

Bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle in Daun ging der Polizei im November 2016 ein vermeintlich dicker Fisch ins Netz. Gestoppt wurde ein Pkw, in dem der Fahrer und zwei junge Frauen saßen. Bei der Durchsuchung des Wageninneren ging es dann zur Sache: Gefunden wurden größere Mengen Amphetamin, Marihuana und Ecstasytabletten. Auf dem Rücksitz lagen zwei Luftgewehre mit Munition, ein Schlagstock war an der Mittelkonsole befestigt, ein großes Fahrtenmesser fand sich in der Jacke des Fahrers und ein weiteres Messer im Handschuhfach. Wie sich herausstellte, stand der Fahrer P. unter Drogeneinfluss. Die Frau auf dem Beifahrersitz war seine damalige Lebensgefährtin und die Minderjährige auf der Rückbank seine Stieftochter.

Schon im Jahr 2018 sollte dem Paar gemeinsam vor der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Trier der Prozess gemacht werden. Doch der Hauptangeklagte P. hatte sich per Selbsteinweisung in die Gerolsteiner Psychiatrie verabschiedet – er leide an einem „depressiven Erschöpfungssyndrom“. So musste die Freundin das erste Verfahren alleine aussitzen und wurde im Dezember 2018 wegen Beihilfe zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (wir berichteten).

Im Ergebnis muss die Dritte Kammer nun das ganze Verfahren erneut aufrollen. Diesmal erscheint P. pünktlich mit Profi-Fußballer-Kurzhaarschnitt und begleitet von Verteidiger Hagen Seipel aus Euskirchen. Der Angeklagte wohnt auch nicht mehr in der Vulkaneifel, seinem ehemaligen Wirkungsgebiet in Sachen „Handel“. Er ist inzwischen in einen kleinen Eifelort in Nordrhein-Westfalen umgezogen.

Die von Staatsanwältin Stefanie Charlier vorgetragene Anklageschrift entspricht zunächst auch genau der Version des Vorjahres: gewerbsmäßiger Drogenhandel in der Vulkaneifel, Drogenabgabe an unter 18-Jährige, Fahren unter Drogeneinfluss, Verstoß gegen das Waffengesetz. Im ersten Verfahren 2018 bezeichnete der Vorsitzende Richter der Dritten Strafkammer, Armin Hardt, das von der Polizei in Daun gestoppte Auto des Angeklagten als „rollenden Rauschgiftladen mit Bewaffnung“.

Auch heute leitet Hardt das ihm wohlbekannte Verfahren, wobei die Anklagevertreterin diesmal noch zwei Zusatzpunkte präsentiert, die vom Amtsgericht Daun ans Landgericht Trier überwiesen wurden: Der Vorwurf des Betruges und der falschen Eidesstattlichen Versicherung. Bei einem Brennstoffhandel soll P. 2017 einen Berg Holzpellets und Kaminholz bestellt und nie bezahlt haben. Der Wert wird mit 7000 Euro beziffert. Die Firma leitete ein zivilrechtliches Klageverfahren gegen P. ein, in dessen Verlauf er eine falsche Eidesstattliche Versicherung abgegeben haben soll.

Ob er sich im weiteren Prozessverlauf zur Sache und Person äußern wolle, wird P. gefragt. Die Antwort gibt Verteidiger Seipel: „Es wird eine Einlassung zur Sache geben, vorgetragen aber durch mich.“ Zu seiner Person wolle sein Mandant nur einen allgemeinen Lebenslauf ohne das Thema „Drogen“ aufzeigen. Der Angeklagte hat im Verfahren eine psychiatrische Untersuchung abgelehnt.

Die Strafverhandlung wird am Mittwoch, 23. Oktober, um 9 Uhr fortgesetzt.