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Geschichte: Mit einzigartiger Ausstellung ins neue Jahr

Geschichte : Mit einzigartiger Ausstellung ins neue Jahr

Die Gründung eines Fördervereins soll das Naturkundemuseum Gerolstein finanziell und organisatorisch unterstützen. Die Sonderausstellung „Wunderwelt Eifeler Vulkanglas“ zeigt spektakuläre Exponate aus dem Gerolsteiner Land.

Museumsleiter Jens Koppka hat mit der Gründungsversammlung des Fördervereins auf einen Schlag viele neue Mitstreiter gefunden, die zusätzlich zum Engagement der Stadt ehrenamtliche Unterstützung leisten wollen. „Das Naturkundemuseum der Stadt Gerolstein bietet eine einzigartige Sammlung von mineralogischen, vulkanischen, fossilen und botanischen Schätzen, die zumeist aus der näheren Umgebung stammen“, sagt Koppka. „Es lohnt sich, solch ein Museum zu erhalten und weiter zu entwickeln.“ Dieser Meinung sind auch die 18 Gründungsmitglieder des „Fördervereins Naturkundemuseum Gerolstein“, der seine Existenz maßgeblich der Stadträtin Evi Linnerth verdankt. Linnerth hatte gemeinsam mit Jens Koppka und Gerd Rieder das Konzept vorbereitet und Gespräche mit potentiellen Vereinsmitgliedern geführt. Unter anderem auch mit dem früheren Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz, der von der Versammlung zum ersten Vorsitzenden gewählt wird. „Gerolstein ist pure Geologie“, sagt Bongartz, selbst ein Experte auf diesem Gebiet - viele Exponate des Museums stammen aus seiner Sammlung. „Die geologische Struktur, die wir hier vorfinden, stellt ein Unikat im europäischen Raum dar, es herrscht unter Fachleuten weltweites Interesse an der Vulkaneifel“, äußert der frisch gewählte Vorsitzende. Dieses Interesse sollte genutzt werden, um an diesem erdgeschichtlich einzigartigen Standort Wissenschaft und Forschung voranzutreiben“, wünscht sich Bongartz. Das Naturkundemuseum sei immerhin das größte und älteste der Eifel. „Der Wert der Schätze, die das Museum beherbergt, sollte Kindern und Jugendlichen verstärkt nahegebracht werden.“

Den Vorstand komplettieren Gerd Rieder als stellvertretender Vorsitzender und Judith Locher als Schatzmeisterin. Stadtbürgermeister Uwe Schneider und Museumsleiter Jens Koppka sind aufgrund ihrer Funktionen als Vorstandsmitglieder gesetzt. Koppka freut sich über die erfolgreiche Gründungsversammlung: „Der Verein ist ein Standbein für weitere Aktivitäten des Museums und bringt sicherlich Leben ins Haus, weil die Mitglieder sich dank ihrer verschiedenen Interessen für die unterschiedlichen Abteilungen einsetzen werden, die das Naturkundemuseum bietet.“ Es sollte schließlich ein stetiger Wechsel an Ausstellungen stattfinden, hier und dort fielen immer wieder Renovierungsarbeiten an und zudem könnte - dank der freiwilligen Hilfe aller - auch mal ein Museumsfest stattfinden. „Hinzu kommt, dass der Verein auch Spenden annehmen und dafür Quittungen ausstellen darf.“

Fast zeitgleich mit der Gründung des Fördervereins hat eine Sonderausstellung begonnen, die die Bedeutung des Naturkundemuseums für die Region dick unterstreicht: Die Schau „Wunderwelt Eifeler Vulkanglas“ ist erst die zweite ihrer Art weltweit und zeigt rund 300 Exponate. „Es handelt sich um angeschmolzene Sandsteine mit zum Teil wunderschön gefärbten Glaskrusten, Glastropfen und Glaspfützen“, erklärt Jens Koppka.

„Die verglasten Sandsteine stammen aus dem Untergrund der Eifel und wurden vor 100 000 bis 500 000 Jahren durch das Magma an die Oberfläche gebracht und angeschmolzen. Vergleichbare Vorkommen und eine solche Qualität der Stücke sind weltweit nicht zu finden“, sagt Koppka.

Nur die sehr seltene chemische Zusammensetzung der Magmen aus Eifel-Vulkanen hat die Entstehung der verglasten Steine ermöglicht, sie lösen selbst in Fachkreisen Staunen aus. Die Ausstellung ist bis Ende November 2020 im Naturkundemuseum Gerolstein installiert.

Die seltene chemische Zusammensetzung der Magmen aus Eifel-Vulkanen hat die Entstehung der verglasten Steine ermöglicht. Foto: Vladi Nowakowski
Die Ausstellung umfasst rund 300 Exponate. Foto: Vladi Nowakowski
Selbst Fachleute staunen über die Qualität der Eifeler Fundstücke. Museumsleiter Jens Koppka zeigt eine Ausstellung von Vulkaneifelglas, die Edelsteinqualität hat. Foto: Vladi Nowakowski

An den Wochenenden in der Winterzeit und ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag bis Neujahr ist das Museum täglich geöffnet.