Mit Geständnis zum milden Urteil

Mit Geständnis zum milden Urteil

Zu einer verhältnismäßig milden Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten hat das Landgericht Trier einen 33-Jährigen aus Daun verurteilt, obwohl er mehrfach Drogen an Minderjährige abgegeben hatte. Dem Angeklagten kam insbesondere sein umfassendes Geständnis zugute.

Trier/Daun. Beim Prozessauftakt vor zwei Wochen hatten die Vorzeichen für den Altenpfleger noch schlecht gestanden: Abgabe von Amphetamin und Cannabis an Minderjährige in zahlreichen Fällen und Handel mit Betäubungsmitteln zur Aufbesserung des Lebensunterhalts, lautete die Anklage.
Außerdem sollte der Mann in einem Fall einen Jugendlichen unter Drohungen auf "Kundensuche" geschickt haben. Insgesamt ein "Paket", das laut Betäubungsmittelgesetz eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren bedeutet hätte. Hinzu kommt, dass der Mann vor Jahren schon eine Jugendstrafe wegen Rauschgiftkonsums hatte absitzen müssen.
Am zweiten Verhandlungstag war der Angeklagte sichtlich bemüht, für reinen Tisch zu sorgen. Er legte ein umfassendes Geständnis ab, wobei es ihm glaubhaft gelang, einige Anklagepunkte zu relativieren oder ganz auszuräumen. Dies galt besonders für den Vorwurf, einen Minderjährigen unter Drohungen zum Drogenhandel gezwungen zu haben.
Der Betroffene selbst wollte - wie auch die anderen Jugendlichen - vor Gericht keine Angaben machen. Außerdem konnte der Angeklagte glaubhaft darstellen, dass er nicht aus Gewinnstreben gehandelt, sondern die meisten erworbenen Betäubungsmittel selbst konsumiert habe. Und um diesen Konsum finanzieren zu können, habe er einen Teil der "Ware" mit leichtem Gewinn weiterverkauft.
Sechs Fälle eingeräumt


Insgesamt räumte er sechs Fälle ein, bei denen er Amphetamin und Cannabis an Minderjährige - darunter zwei 15-jährige Mädchen - weitergegeben habe.
Den Anstoß zu dieser Aussagebereitschaft gab nicht zuletzt eine verfahrensverkürzende Absprache zwischen Kammer, Anklage und Verteidigung. Danach wurde dem Angeklagten für den Fall eines Geständnisses eine Haftstraße von maximal "nur" drei Jahren und neun Monaten zugesichert (der TV berichtete).
Zur weiteren Entlastung führte am gestrigen und letzten Verhandlungstag die Zeugenaussage eines Kriminalbeamten, der in der Dauner Drogenszene bestens bewandert ist.
Ihm gegenüber, so der Beamte, habe der Angeklagte in zwei langen Verhören umfangreiche Angaben gemacht und auch Namen genannt. In einem Fall könne sogar ein Ermittlungsverfahren gegen eine der Personen eingeleitet werden.
Mit Blick auf das Ergebnis der Beweisaufnahme beantragte Staatsanwalt Mathias Juchem eine Haftstrafe von drei Jahren. Verteidigerin Katrin Hülsmann verwies besonders auf die wertvolle Aussage ihres Mandanten bei der Polizei und seine Bereitschaft zu einer Drogentherapie. Hülsmann: "Ich bitte um das Wohlwollen der Kammer."
Nach der Urteilsverkündung richtete Vorsitzender Armin Hardt noch ein "Schlusswort" an den Angeklagten: "Sie sind nun 33 Jahre alt und sollten sich mit solchen Sachen mal ,zur Ruhe setzen'. Wir wollen Sie nicht nochmals hier sehen. Dann wird es auf jeden Fall teurer."
Eine Erklärung zu dem Urteil konnte der Angeklagte wegen der verfahrensverkürzenden Absprache noch nicht abgeben. Dies ist in dem Fall erst nach einer Woche möglich. Wie es aussieht, wird er das Urteil aber annehmen.

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