Mit Herzblut und Hartnäckigkeit

Mit Herzblut und Hartnäckigkeit

Mehr als 1000 Sitzungen im Ortsgemeinderat Birresborn und im Rat der Verbandsgemeinde Gerolstein hat Josef Bach in seiner 35-jährigen Karriere erlebt. Nach 27 Jahren als Ortsbürgermeister seiner Heimatgemeinde beendet der Christdemokrat nun seine kommunalpolitische Arbeit im Dorf.

Birresborn. (vog) "Das habt ihr gut gemacht. Weiter so!" Diese Sätze hat Josef Bach als seinen Ortsbürgermeister-Slogan geprägt. Bei Hunderten von ehrenamtlichen Aktivitäten hat er engagierte Bürger auf diese Weise gelobt und motiviert. Der 69-Jährige gilt in der Kommunalpolitik nicht als Mann der großen Worte: "Nur über Projekte im Rat zu erzählen reicht nicht. Ein Ortsbürgermeister muss die treibende Kraft sein und das Feld vorbereiten." Emotionen sind dabei für ihn zweitrangig. Bach lässt nur einen kleinen Blick in seine Gefühlswelt zu: "Ein dickes Fell hilft, um Gerüchte und Halbwahrheiten abstreifen zu können. Das ist mir leider nicht immer gelungen." In seiner Heimatgemeinde hat er in 35 Jahren, davon 27 Jahre als Ortsbürgermeister, viel bewegen können. Grinsend erinnert er sich: "Als Jungspund habe ich mir nicht vorstellen können, so lange dabei zu bleiben." 1982 ist er in einer Kampfabstimmung mit acht zu sieben Stimmen als Ortsbürgermeister wiedergewählt worden. Bach: "Viel Herzblut ist in die Arbeit geflossen. Ein Projekt kam zum anderen, wie Flurbereinigung, Straßenbau und Dorfplatz." Die Friedhofserweiterung sei 2001 das vorherrschende Thema gewesen. Bach: "Wir hatten Angst, dass wir keinen Platz mehr haben, wenn einer stirbt, um ihn beerdigen zu können." Die Kommune hatte Areal gekauft, aber der Boden war nicht geeignet, um die Verwesung innerhalb von 25 Jahren zu garantieren. Bach: "Dann haben wir in vielen Gesprächen dafür gesorgt, dass 7000 Tonnen aus der Lavagrube umgeschichtet und weitere 2500 Tonnen Natursteine für eine Mauer bereitgestellt wurden." Vertrauen und ein gutes Miteinander mit Unternehmern und Behörden waren für Bach ein Muss. Als "bittersten Nackenschlag" beschreibt er die Schließung des Birresborner Sprudels. Er meint: "Der Betrieb könnte heute noch laufen, vor allem für die Produktion von Süßgetränken." Mit viel Hartnäckigkeit hat Bach die Reaktivierung der Lindenquelle im historischen Quelltempel erreicht. Auf seine von vielen wahrgenommene "Verbohrtheit" reagiert er gelassen. Bach: "Wer keine Ziele hat, kann keine Ergebnisse bringen. Ja, ich kann für eine gute Sache penetrant sein, vergesse aber die Kompromissbereitschaft dabei nicht." Auf Verbandsgemeindeebene ist er weiter als Beigeordneter aktiv. Die aus dem Rückzug aus der Dorfpolitik gewonnene Zeit möchte der 69-Jährige für seine drei Enkelkinder und zum Lesen nutzen. Als er nach 25 Jahren als Ortsbürgermeister geehrt wurde, gefiel das den kleinen "Bachs" offenbar sehr gut. Denn: "Sie fragen immer noch: Opa, wann hast du wieder eine Party?"

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