Mit Kind und Kegel gegen Jobabbau am Ring

Nürburg · Unter dem Motto "Wir alle sind Nürburgring" laden Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi zu einer Familiendemo am Sonntag, 15. Januar, in die Graf-Ulrich-Halle ein. Hintergrund ist die Ankündigung von Massenentlassungen durch die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), die den Ring seit 2010 privat betreibt. 35 Menschen aus dem Landkreis Vulkaneifel fürchten um ihren Job.

Nürburg. Ein Signal für eine planbare und sichere Zukunft für die 338 Beschäftigten - etwa jeder Zehnte davon stammt aus dem Landkreis Vulkaneifel - erhoffen sich der Betriebsrat der NAG und die Gewerkschaft Verdi von der Veranstaltung für Mitarbeiter, Familienangehörige, Freunde und möglichst viele weitere Menschen aus der Region.
Die Privatbetreiber des Nürburgrings wollen weniger Stellen streichen als geplant. Statt 141 sollten nun 92 Stellen von insgesamt 338 abgebaut werden, teilte die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) am Freitag mit. Es bleibe aber dabei, dass es zu betriebsbedingten Kündigungen komme. Derzeit verhandelt die Firmenspitze mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan. Die Betreiber wollen nach bisherigen Plänen wegen Besuchermangels einen Teil des Freizeitparks schließen. Ihn hatte die frühere SPD-Regierung bauen lassen, er gilt als überdimensioniert.
Zuvor war laut Gewerkschaft von einer Streichung von bis zu 173 Arbeitsplätzen die Rede.
Boulevard gesperrt


Aber trotz der Reduzierung sind für Gewerkschaft und Betriebsrat die Folgen für die Region immens: Touristische Einrichtungen, Dienstleistungsunternehmen und der Einzelhandel wären ebenso Leidtragende, befürchten die Organisatoren des Familientags. Hinzu komme, dass durch die Androhung von Insolvenz "ein Druck aufgebaut wird, der unerträglich geworden ist", erklärt Gewerkschaftssekretär Jürgen Rinke-Oster (Koblenz) zu den Arbeitsbedingungen des Betriebsrats. Da der "Ring Boulevard" als ursprünglich vorgesehener Veranstaltungsort kurzfristig von der NAG-Geschäftsführung geschlossen wurde, ist die Veranstaltung am Sonntag von 13 bis 15 Uhr in der der Gemeinde Nürburg gehörenden "Graf-Ulrich-Halle".
Betriebsrat informiert


Als entscheidende Fragen sollen an Landespolitiker wie Innenminister Roger Lewentz (SPD) und den Abgeordneten Alexander Licht (CDU) gestellt werden, wie und mit wem es konzeptionell und langfristig für möglichst viele Beschäftigte weitergehen soll.
Daneben informiert der Betriebsrat über die laufenden Gespräche mit der Geschäftsführung. "Wir werden die jeweiligen Antworten mit Applaus oder Trillerpfeifen beantworten", sagte Rinke-Oster dem Trierischen Volksfreund.

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