Mit sehr viel Liebe zum Detail

Mit sehr viel Liebe zum Detail

BIRGEL. Am Montag, 10. Juli, stellt Birgel sich als Kreissiegerdorf im Gebietsentscheid der Region Trier zum Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Tüftler Richard Crump hat auf zehn Quadratmetern Fläche Miniaturnachbildungen von historischen Maschinen im Gemeindehaus ausgestellt. Ebenso wie der Kreiskommission wird er der Gebietskommission seine Arbeiten zeigen.

"Als die Kreiskommissionäre fertig geguckt hatten, habe ich die Sirene gedrückt, und dann hat die Feuerwehr aus anderthalb Meter Entfernung auf das Dach des Sägewerkes Wasser gespritzt", erzählt Richard Crump. Der Tüftler zeigt auf die große Ausstellungsfläche mit dem Sägewerk. Die Liebe zum Detail ist überwältigend. Hier wird das Sägemehl in kleinen Körbchen am Silo hochgefahren, da werden die Baumstämme über Förderbänder transportiert, dort rotieren die Sägeblätter. "Und erst das wunderschöne Wohnhaus mit den geschnitzten Balkonkästen", lobt eine Besucherin fasziniert. Klitzekleine Feinheiten. "Alles Handarbeit. Ich schnitze, löte oder schweiße alles ohne Pläne, denn die habe ich im Kopf", erklärt der 74-jährige Rentner. Deshalb war klar, dass zur ersten Erweiterung des Sägewerkes eine Reparaturwerkstatt gehörte - mit Werkbank, Bohrmaschine und Schleifstein in Miniatur - "und einem Uralttyp von Kupferofen, wozu ich die Anregung bei einem Schimanski-Krimi bekam", berichtet Crump. Die männlichen Besucher können sich kaum satt sehen. Allerdings ist es nicht von ungefähr, dass das Sägewerk der Ursprung von Crumps Aktivitäten ist. Er erzählt: "Mein Vater ist in der Birgeler Mühle, die heute das historische Mühlencenter ist, geboren worden. Ich war oft bei meiner Oma in der Mühle. Das steckt einfach in mir drin." Und die Verbundenheit zur Eifel hat Crump weitere landwirtschaftliche Gerätschaften wie eine voll funktionstüchtige Dreschmaschine oder Lanz-Bulldogs nachbauen lassen. Seit 13 Jahren widmet er sich im Winterhalbjahr, von Oktober bis März, seiner Tüftler-Leidenschaft. Als gelernter Pneumatikschlosser habe er die Motoren, angetrieben mit einem bis anderthalb Bar Luftdruck, selbst konstruiert. Im vorigen Jahr hat er allerdings eine Dampfmaschine gebaut, die mit Spiritus geheizt wird. 20 große Kisten braucht Crump, um seine gesamte Ausstellung zu verstauen. Seit elf Jahren stellt er in Hillesheim bei der Oldtimer-Rallye aus. Auch an vielen anderen Präsentationen hat er schon teilgenommen. Neue Ideen für den kommenden Winter hat der 74-Jährige zwar schon, aber er sagt: "Ich denke schon mit Schrecken daran, wenn dann meine Knochen nicht mehr mitmachen." Seit einiger Zeit plagt ihn Gelenkrheuma.