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Mit Seppel, Max, Stroppi und Hasso durch den Wald

Mit Seppel, Max, Stroppi und Hasso durch den Wald

Erst der Ruhestand und dann das Buch: Der Forstbeamte und Kreisjagdmeister Ulrich Umbach (66) aus Kelberg-Köttelbach hat nach einer Reihe von Fachartikeln für Jagdzeitschriften nun sein erstes Buch veröffentlicht. Es heißt "Auf den Knien durch die Eifel".

Kelberg-Köttelbach. Wer auf den Titel des Buches schaut, mag zunächst an einen Raumpfleger, einen Fußballtorwart oder einen auf Knien arbeitenden Handwerker denken. Doch nein, es geht um den Förster und Jäger und vor allem um den auch überregional bekannten und angesehenen Schweißhundführer Ulrich Umbach.
Seit vorigem Jahr ist der Forstbeamte im Ruhestand. Und hat nun einen vor sicher 20 Jahren gefassten Plan in die Tat umgesetzt. Hat ein Buch mit Episoden über seine Erlebnisse mit Wald, Wild, Hunden und der Sorge um einen anständigen Umgang mit Tieren geschrieben, hat es - nach der bei einer Nachsuche typischen Körperhaltung - "Auf den Knien durch die Eifel" genannt.
Dabei spannt der in Darscheid als Spross einer Jäger- und Försterdynastie geborene Ulrich Umbach, der nie einen anderen Berufswunsch hatte, als Förster zu werden, den Bogen von seiner Kindheit an. Etwa wenn er erzählt: "Als Vierjähriger saß ich neben Papa, nicht auf dem Sofa oder auf seinem Schoß, nein, auf einer Sitzfläche, die aus sechs bis sieben nebeneinander genagelten Rundhölzern bestand und die in luftiger Höhe am Waldrand in einer Buche als offener Hochsitz eingebaut war." Oder: "Ich konnte gar nicht genug kriegen von all den tollen Schilderungen meines Vaters und seiner Jagdfreunde."
Seit Umbachs Jugendzeit spielten Hunde eine wichtige Rolle - ob sie nun Seppel, Max, Stroppi oder Hasso hießen. Oder "Treu vom Kanonenturm", dem der Autor zwei Kapitel widmet: den sechseinhalb Jahren, die er ihn hatte; und dem 23. Oktober 1983 als dem "rabenschwarzen" Todestag des Hundes. Heute arbeitet Umbach mit den Hündinnen Birka und Diana; wie alle vorherigen sind sie Familienmitglieder, keine Lohnarbeiter, wie ihr Herrchen betont.
Eigene schmerzhafte Begegnungen mit verletztem Wild, jagdliche Possen, Nachsuchen auf der Nordschleife des Nürburgrings, in Ungarn, bei einer königlichen Jagd in den Niederlanden: Umbach streift durch 50 Jahre seines Lebens mit insgesamt über 7000 Nachsuchen. "Wenn jemand das Unglück hat, dass er ein Tier krank schießt, ist sofortige Nachsuche oberstes Gebot", so sein Credo. Das bestätigt einer seiner Weggefährten seit Jahrzehnten, Paul Decker aus Köln, Jagdpächter im Kelberger Land und begeisterter Zuhörer bei der Vorstellung des Buchs. "Ich lernte den jungen Ulrich Umbach schon als einen ungewöhnlichen Forstmann kennen, der den Wald mit seinen Tieren und Pflanzen ganzheitlich betrachtet", erzählt Paul Decker. Sein Buch dokumentiere seine warmherzige Beziehung zum Wild, zum Hund, zum Wald, meint er. bb