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Mittelvariante doch wieder ein Thema

Mittelvariante doch wieder ein Thema

HILLESHEIM/KOBLENZ. Nun also doch: Wieder aufgenommen in die Planung der Ortsumgehung Hillesheim wurde nach massivem Protest gegen die ortsnahe Trasse die von einigen Bürgern erneut ins Spiel gebrachte Variante über die Schwedenschanze.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als obere Planungsbehörde hat es nach Auswertung der im Rahmen des Beteiligungsverfahrens eingegangenen Stellungnahmen als "sachgerecht" angesehen, das am 28. April eingeleitete Raumordnungsverfahren "vorerst auszusetzen". Zunächst sollen weitere Unterlagen geprüft werden."Wert, dass sie ernsthaft geprüft wird"

Letztlich geht es darum, dass bei dem Prüfverfahren nun doch wieder die Mittelvariante über die Schwedenschanze ins Spiel gebracht werden soll. Diese ursprünglich berücksichtigte Variante war vor Jahren vom Hillesheimer Stadtrat verworfen worden, nun aber von einigen Bürgern (unter anderem wurde eine Unterschriftenliste vorgelegt) wieder gefordert. Nach Auffassung des zuständigen SGD-Mitarbeiters Emil Barz ist sie "es wert, dass sie ernsthaft geprüft wird, denn eines ist klar: Die Mittelvariante ist sicher nicht schlechter als die ortsferne Variante." Damit sind nun wieder drei Varianten für die Ortsumgehung im Rennen: Erstens die ortsnahe Trasse, für die sich zwar der Stadtrat ausgesprochen, die aber in der Bürgerschaft und unter den Gewerbetreibenden massiven Protest hervorgerufen hat. Zweitens die ortsferne Trasse und drittens die so genannte Mittelvariante. Zur Entscheidung der SGD sagt Barz: "Zur Aufstockung der Planung ist es auch wegen des erheblichen Widerstands gegen die ortsnahe Variante gekommen." Weiter führt er aus: "Wenn bislang nicht beachtete Aspekte vorgebracht werden, dann sind diese auch zu prüfen. Dafür ist das Beteiligungsverfahren da." Einer dieser bislang kaum berücksichtigten Aspekte ist die Hillesheimer Siedlungspolitik. Konkret: Es mangelt der Beispielstadt an Bauplätzen. Dieses Problem könnte leicht behoben werden, wenn das Gebiet unterhalb der Schwedenschanze - wie im mittlerweile rechtsgültigen Flächennutzungsplan vorgesehen - als Bauland erschlossen würde. Ein lukratives Geschäft, da es sich um einen Südhang handelt. Der Haken: Würde die ortsnahe Variante, die entlang des Bahndamms führt, als Umgehungsstraße ausgewählt werden, würde diese genau zwischen dem künftige Baugebiet und der bereits bestehenden Wohnbebauung liegen. Und dem kann nicht nur Barz wenig abgewinnen. Er sagt: "Wenn jetzt schon abzusehen ist, dass das Areal unterhalb der Schwedenschanze Baugebiet werden soll, macht die ortsnahe Variante keinen Sinn, da sie zwei Baugebiete durchschneiden würde." Derzeit ist der Landesbetrieb Straßen und Verkehr Gerolstein damit beauftragt, die zusätzlich angeforderten Unterlagen zu erstellen. Der zuständige Mitarbeiter Herbert Benz berichtet: "Unsere Planungsarbeit zur Mittelvariante ist bereits abgeschlossen. Wir geben die Unterlagen nun der Landespflege, damit die ihre Bewertung einfließen lässt." Fest stehen Lage, Höhe und der Querschnitt der Trasse: Demnach sind Einschnitte ins Gelände von bis zu zehn Metern geplant, die Trasse weist eine maximale Steigung von sieben Prozent aus. Getroffen werden müssen hingegen noch Aussagen zu den Baukosten und eine Abwägung der Vor- und Nachteile zu den beiden anderen Trassen. Zur exakteren Analyse wurde nach Auskunft von Benz nun auch ein Verkehrsgutachten über die Mittelvariante in Auftrag gegeben. Benz: "Das hatten wir bislang nicht." Eine Prognose, wann die Unterlagen der SGD Nord zur Prüfung vorliegen und das Raumordnungsverfahren wieder aufgenommen wird, wagt keiner der Beteiligten. Für die Aussetzung des Verfahrens gibt es laut Barz keine zeitliche Höchstgrenze. Klar ist aber, dass nach erneuter Prüfung auch ein erneutes Beteiligungsverfahren eingeleitet wird.