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Mobil mit Strom: E-Autos sind im Kreis noch eine Rarität

Mobil mit Strom: E-Autos sind im Kreis noch eine Rarität

Elektromobilität wird viel diskutiert, ist aber in der Vulkaneifel kein echter Faktor. Von den gut 40 000 Fahrzeugen mit DAU-Kennzeichen sind nur 40 rein elektrisch betrieben.

Daun An der Ladesäule an der Volksbank-Niederlassung in Daun hängt ein Elektroauto, interessiert betrachtet von einem Mann mittleren Alters. "Ich habe mich schon sehr intensiv mit dem Thema Elektroauto beschäftigt, aber momentan kommt es für mich nicht infrage, eines zu kaufen", erzählt er. Als Gründe führt er die an, die wohl viele nennen würden: hohe Preise, lange Ladezeiten, geringe Reichweite, zu wenig Ladesäulen. Die Bundesregierung hatte das Ziel ausgegeben, dass bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland angemeldet sein sollte, aber selbst die größten Optimisten unter den Experten glauben nicht, dass das zu schaffen ist.
Wie sieht es im Kreis Vulkaneifel aus? Bei rund 60 000 Einwohner sind dort gut 40 000 Fahrzeuge zugelassen. Ein Auto steht in der Regel vor einem Haus im Kreis, häufig genug sind es zwei und mehr. Der Großteil der Fahrten sind erfahrungsgemäß solche, die auch mit einem Elektroauto bewältigt werden könnten. Aber für ein solches Gefährt kann sich kaum ein Vulkaneifeler erwärmen: Lediglich 40 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge sind zugelassen.
Um die Elektromobilität voranzubringen, könnten doch der Kreis und Verbandsgemeinden mit gutem Beispiel vorangehen. Wie sieht es dort aus? Im Fuhrpark des Kreises gibt es jedenfalls noch kein Elektroauto. Also kein Thema für den Kreis? "Nein", sagt Büroleiter Heinz-Peter Hoffmann. "Die Kreisverwaltung beschäftigt sich zurzeit sehr intensiv mit dem Thema Elektromobilität." So sei die Vergabe eines Auftrags zur Erstellung eines "Klimaschutzteilkonzepts Mobilität" beschlossen worden. Unter Federführung der neuen Abteilung Struktur- und Kreisentwicklung sei mit der Grundlagenermittlung begonnen worden. Hoffmann: "Im Haushalt 2018 wird Geld für ein Elektro-Carsharing-Modell mit Ladesäule bereitgestellt. In diese Überlegungen wird dann auch der Fuhrpark der Kreisverwaltung eingebunden." Die Verwaltungen in Kelberg und Jünkerath haben gar keinen Fuhrpark, die Verbandsgemeinde Hillesheim hat seit einem Jahr ein Elektroauto, knapp 10 000 Kilometer hat es mittlerweile auf dem Tacho. "Im Alltag hat sich gezeigt, dass das Fahrzeug für die Kurzstrecke optimal ist", berichtet Stefan Mertes, Projektverantwortlicher für E-Mobilität.
Anders sehe es bei dienstlichen Fahrten beispielsweise nach Trier aus. "Man muss mehr Zeit einplanen, weil bei zügiger Fahrt der Akku schnell in die Knie geht und man unter Umständen das Ziel nicht mehr erreicht. In Trier muss man dann auch eine Ladesäule finden, die man nutzen kann und auch funktioniert." Mertes hat seine eigene Erfahrung damit gemacht. "Ich war bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier und die Ladesäule, die ich nutzen wollte, war defekt. Ich musste mir eine andere suchen, mit großem Zeitaufwand. Ergebnis: Insgesamt war ich sieben Stunden unterwegs, normal wären es zwei Stunden gewesen."
Die VG-Verwaltung in Gerolstein hat zwei Dienstfahrzeuge, eines ist ein Elektroauto, geleast im Sommer 2016. Hat es sich bewährt? "Nach Ablauf des jetzigen Vertrags werden wir sicherlich wieder ein E-Fahrzeug anschaffen", sagt Büroleiter Hans-Josef Hunz.
Die VG Daun hat seit Anfang 2016 ein Elektroauto bei den Werken im Einsatz. Aber darüber hinaus hat sich noch nichts getan: "Bei den Dienstreisen werden regelmäßig längere Strecken zurückgelegt. Deshalb wurde auf den Einsatz von Elektroautos bisher wegen der Entfernungen und der noch dünnen Versorgung mit Ladestationen und der zu langen Ladezeiten verzichtet", berichtet Pressesprecherin Doris Sicken.
Extra: WO GIBT ES LADESÄULEN IM KREIS VULKANEIFEL?


In Rheinland-Pfalz gibt es rund 300 öffentlich zugängliche Ladestationen. Im Kreis Vulkaneifel ist die Zahl überschaubar. Ein Überblick: Verbandsgemeinde Hillesheim: Laut Verwaltung gibt es eine öffentliche Ladesäule am Viehmarktplatz in Hillesheim. Darüber hinaus stellen die Firma Waldorf in Hillesheim und die Firma Schmitz Elektrotechnik in Bolsdorf ihre Ladestationen auch externen Nutzern zur Verfügung. 2018 soll im Gewerbepark in Wiesbaum eine weitere Ladesäule errichtet werden. Verbandsgemeinde Kelberg: In Kelberg gibt es auf dem Marktplatz je eine Stromladestation für PKW und für Fahrräder. Auf dem Schwimmbadparkplatz (Wohnmobilstellplatz) sollen 2018 zwei Ladestationen für Wohnmobile eingerichtet werden. In Uersfeld befindet sich eine weitere Ladestation. Verbandsgemeinde Obere Kyll: Ladestationen gibt es nach Kenntnis der Verwaltung ausschließlich am Vulkanhotel in Steffeln, zwei für Autos der Marke Tesla und eine "normale" Säule. Verbandsgemeinde Gerolstein: Dort gibt es keine Ladestationen. Es ist vorgesehen, 2018 in der Stadt Gerolstein zwei Ladestationen einzurichten. Verbandsgemeinde Daun: Ladestationen gibt es auf dem Wirichpatz und bei der Volksbank Daun.