Modedesignerin Gabriele Umbach-Kellnereit schließt ihr Studio Ende 2019

Klatschmohn macht zu : Ein Markenzeichen verabschiedet sich - Modedesignerin schließt Studio in Kelberg

Vor mehr als 40 Jahren gründete die Schneidermeisterin und Modedesignerin Gabriele Umbach-Kellnereit in Köln unter dem Namen „Klatschmohn“ ihr Studio für individuelle Kleidung. 1994 siedelte sie nach Kelberg um. Zum Jahresende schließt sie. Und ist keineswegs wehmütig.

Die Entscheidung, das Geschäft Ende 2019 aufzugeben, sei bereits vor einigen Jahren gefallen, erklärt Gabriele Umbach-Kellnereit. Nun werde ein Schritt nach dem anderen getan. Alles sei wohl überlegt, betont die 67-Jährige. Es verlaufe ähnlich dem Prozess, so wie seinerzeit auf die Gründung in ihrer Geburtsstadt Köln der Aufbau des Kundenstamms vor allem auf Kunsthandwerkermärkten landauf, landab und die Verlegung in ein eigenes Geschäftshaus in der Eifel erfolgte.

   „Die 40 Jahre waren eine gute Zeit“, bringt Gabriele Umbach-Kellnereit ihre Berufstätigkeit auf den Punkt. „Ich war viel unterwegs und hatte viel Abwechslung. Dass ich weitestgehend selbstbestimmt handeln konnte, hat mir immer wieder neue Energie gegeben“, erzählt sie – „und der Kontakt und die Verbundenheit mit den Kunden, von denen mir etliche seit Jahrzehnten die Treue halten.“

   Die Kreativität war Gabriele Umbach-Kellnereit praktisch in die Wiege gelegt worden: Ihr Vater war Architekt, ihre Mutter Kunstgewerblerin. Sie absolvierte zunächst eine Schneiderlehre und studierte dann an der Modeschule in Düsseldorf. Als Diplomdesignerin und Schneidermeisterin gründete sie 1978 mit einer Kollegin in Köln  einen Laden und rief das Label „Klatschmohn“ ins Leben.

Es sollte bis heute das Markenzeichen für individuelle Kleidungsstücke und Accessoires aus naturbelassenen Stoffen und Materialien bleiben. Lange waren Unikate aus selbstgefärbtem Rohsamt aus einer Weberei in Mönchengladbach der Renner. Dann hatte Wollwalk Hochkonjunktur – jener sehr dichte und feste Stoff, der sich besonders als letzte Schicht von Jacken und Mänteln eignet, kuschelig und warm. Auf dem Programm standen auch Kleidungsstücke aus Seide und Leinen sowie handgefärbte Schals.  Die Entwürfe und Schnitte waren die Sache von Gabriele Umbach-Kellnereit; fürs Nähen hatte sie Angestellte.

   Von Kind an habe sie sich gewünscht, in der Eifel und nah an der Natur leben zu können, erinnert sie sich. So zog sie wegen eines ruhig gelegenen Hauses und der Möglichkeit, auf dem Grundstück ein Geschäftshaus zu errichten, 1994 nach Kelberg. Seither entstanden die „Lieblingsstücke“, von den Kunden oft auch als „zweite Haut“ bezeichnet, in dem Neubau in der Gemarkung „Auf der Steinrausch“. Seither machte sie sich von hier aus auf den Weg zu den Märkten nach Trier, Bonn, Flensburg und wie die Orte alle heißen. Ein Heimspiel hatte sie Jahr für Jahr am ersten August-Wochenende auf dem Kunsthandwerkermarkt des Töpferehepaars Christine und Rainer Serocka (Kelberg-Köttelbach) und der Nachfolge-Veranstaltung „Eifeler Kunsthandwerker-Markt“.

  Die Geschäftsaufgabe komme zum richtigen Zeitpunkt, meint Gabriele Umbach-Kellnereit. „Wo ich früher 20 Meter Stoff abnehmen konnte, muss ich heute tausend Meter kaufen“, erklärt sie. Viele Webereien hätten geschlossen, die Produktion finde im Ausland statt, die Färbung erfolge industriell.

Immer mehr werde man heutzutage gezwungen, nach dem Trend zu arbeiten – „aber da habe ich nie mitgespielt, und das wäre auch nicht mein Ding“, sagt sie. So sei sie in keiner Weise wehmütig. Sie freue sich auf mehr Freiheit und Freizeit.

Und bleibt ihrem Beruf  und ihrer Berufung doch noch verbunden, indem sie Nähkurse und Workshops gibt.