Moderne Malerei in der Maschinenhalle

Moderne Malerei in der Maschinenhalle

Nach zwölf Jahren, in denen Barbara Blasius Kunst studiert und vielfältige künstlerische Kompositionen geschaffen hat, ist unter dem Titel "Ursprung" wieder eine Ausstellung mit ihren Werken zu sehen - und genau wie seinerzeit in der Maschinenhalle eines Bauunternehmens.

Wallenborn. Vor mehr als 30 Jahren kam Barbara Blasius von Köln nach Wallenborn. Hier gründete sie mit Harald Blasius ihre Familie, hier wuchsen ihre beiden Kinder auf. Seit kurzem ist sie Großmutter. Von Beruf ist die heute 53-Jährige Ernährungswissenschaftlerin. Doch ihre Berufung ist die Kunst. Ja, es gebe Talent in ihrer Familie, sagt sie und erzählt von der künstlerischen Ader von Großvater, Vater und einer Schwester. Als Kind habe sie Bühnenbilder entworfen und darin gespielt, erinnert sie sich. 1991 begann sie, sich autodidaktisch mit Kunst zu befassen: "Ich hatte die größte Freude am Experimentieren mit Farben."
Als sie dreidimensional arbeiten wollte, kam sie an ihre Grenzen. "Da wollte ich es genau wissen", erklärt sie mit Blick auf einen Kurs an der Europäischen Kunstakademie in Trier. Thomas Egelkamp war dort ihr großer Lehrer und Förderer. Von ihm stammt die Idee, nicht nur auf Leinwand, sondern auch auf Holz zu malen und zu gestalten. Heute ist die Multiplexplatte, auf die sie mit Spachtel ein Gemisch aus Vogelsand, weißer Innenanstrichfarbe und Holzkleber aufträgt, Barbara Blasius' Markenzeichen. "Dann kommt Ölfarbe ins Spiel", erklärt sie den nächsten Schritt ihres Schaffens.
Nach ihrer viel beachteten Ausstellung in einer Wallenborner Maschinenhalle im Jahr 2003 war das sechssemestrige Kunststudium an der Privatakademie Artefact in Bonn der nächste Meilenstein. Sie trennte sich von Bildern, in denen sie ihre eigene künstlerische Ausdrucksweise nicht (mehr) erkannte. Sie absolvierte Aktmalkurse. Dass ihre aktuelle Ausstellung (siehe Extra) "Ursprung" heißt, sei vieldeutig, erklärt sie. "Ich arbeite nach dem Prinzip, Urformen mit neuen Elementen zu kombinieren, und Begriffe, in denen die Silbe ‚ur' vorkommt, spielen eine Rolle - wie Natur, Urbanität, Urmensch."
Was sind die Motive von Barbara Blasius? Sie sind surrealistisch, wenn auf dem Titelbild zur Ausstellung der Hinterkopf einer Schaufensterpuppe und ein toter Fisch die Hauptrolle spielen. Sie sind hochaktuell, wenn ein Kind wie verlassen am Rand einer Landschaft mit sich entfernenden Fahrzeugen steht und die Entwurzelung durch Flucht thematisiert wird. Sie sind mystisch, wenn Katze, Birke und Fensterrahmen arrangiert sind. Oder sie haben literarische Vorbilder: den Graf Öderland von Max Frisch oder die Alice im Wunderland von Lewis Carroll. "Experimentieren, ja! Alles andere ist mir langweilig", sagt Barbara Blasius und lädt zu ihrer Ausstellung als einer abwechslungsreichen Reise mit den Stationen Malerei, Relief und Abstraktion und den Begleitern Holz, Leinwand und Öl ein. bbExtra

Die Ausstellung "Barbara Blasius: Ursprung" ist am Samstag, 24. Oktober, ab 17 Uhr in der Werkstatt der Firma Scholten ETG, Tuchwiese 3, in Wallenborn zu sehen. Um 18 Uhr stellt die Künstlerin sich vor, um 18.30 Uhr tritt sie in einen Dialog mit Karl-Heinz Steffes. Am Sonntag, 25. Oktober, öffnet die Ausstellung um 10 Uhr, und ab 14.30 Uhr stehen "gemeinsame Dialoge" der Künstlerin mit den Besuchern auf dem Programm. Kontakt zu Barbara Blasius: Höhenstraße 9b, 54570 Wallenborn, Telefon 06599/663, mobil 0170/7340697, E-Mail: mail@barbarablasius.de , Internet: www.barbarablasius.de bb