Monika Neumann tritt zurück: CDU-Fraktion führungslos

Monika Neumann tritt zurück: CDU-Fraktion führungslos

Monika Neumann hat nach rund zehn Jahren den Vorsitz der CDU-Stadtratsfraktion niedergelegt. Sie gab zeitliche Überlastung als Grund an. Nach TV-Informationen hat den Ausschlag ein Streit in der Fraktionssitzung gegeben.

Gerolstein. Zu Beginn der Stadtratssitzung sorgte Monika Neumann für einen Paukenschlag: Sie gab ihren Rücktritt vom Amt der Fraktionssitzenden mit sofortiger Wirkung bekannt, Ratsmitglied bleibt sie aber. Als Grund nannte sie "große berufliche Anforderungen" und "zunehmende persönliche Belastungen". Im TV-Gespräch führte sie aus: "Der Job fordert mich stark, und ich kümmere mich um die Betreuung meiner Mutter in Trier." Den Rücktritt habe sie bislang hinausgezögert, weil auch die Frage eines Stellvertreters weiter ungelöst war. "Aber in der jüngsten Sitzung hat es dann gereicht", sagte Neumann. Dabei war es nach TV-Informationen darum gegangen, dass sich Fraktionsmitglieder unzufrieden über Neumanns Amtsführung geäußert hatten. CDU-Beigeordneter Volker Simon, der für den Job nicht zur Verfügung steht, sagte dem TV: "Es ging darum, dass wir wieder mehr Profil zeigen wollen und müssen." Die Vakanz nannte er ein "Problem, das die stärkste Fraktion nicht haben dürfte". Die CDU, die elf von 25 Sitzen im Stadtrat hat, hat nun weder einen Fraktionssprecher noch einen Stellvertreter. mh
Meinung

Am Boden
Seit Jahren gibt die CDU-Fraktion im Gerolsteiner Stadtrat, obwohl nominell die stärkste Kraft, ein schwaches Bild ab. Kaum Ideen, wenig Elan und viele Mitglieder, die sich hinter ihrer Vorsitzenden versteckt haben. Das ist nun vorbei. Die Vorsitzende, die ebenfalls nie die ganz starke Führungspersönlichkeit war, ist weg. Die Fraktion am Boden. Das ist Gefahr und Chance zugleich. Wenn der CDU nun aber nicht rasch der Neuanfang gelingt und Mitglieder bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, wird sie in der Stadtpolitik nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. m.huebner@volksfreund.de