Morddrohung und Verfolgungsjagd - alles wegen einer Papiertüte

Morddrohung und Verfolgungsjagd - alles wegen einer Papiertüte

Weil sie sich beim Fahren behindert fühlten, haben ein Luxemburger und sein Beifahrer aus dem Ruhrgebiet die Insassen eines anderen Wagens zum Anhalten gezwungen und mit Mord gedroht. Heute stehen sie vor dem Dauner Amtsgericht.

Kirchweiler/Daun. Zwei Männer, die am 20. März vier Insassen eines Autos bedroht haben, müssen sich heute vor dem Dauner Amtsgericht verantworten. Ihnen wird gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Eine herumfliegende Papiertüte war offenbar Aulöser des außergewöhnlichen Vorfalls.
Die beiden Männer, ein 42-jähriger Luxemburger und ein 39-jähriger Mann aus Gelsenkirchen, waren am Sonntag, 20. März, auf der Landesstraße 27 von Pelm in Richtung Kirchweiler unterwegs, als sie dort ein Auto mit vier Insassen aus dem Vulkaneifelkreis überholten und durch abruptes Bremsen zum Stehenbleiben zwangen. Alle vier sind für heute als Zeugen geladen.
"Auslöser für diese Aktion der Angeklagten war offenbar eine Papiertüte, die die Insassen aus dem vorderen Auto aus dem Fenster geschmissen hatten", sagt Wolfgang Düx, Geschäftsführer des Dauner Amtsgerichts. Die Tüte stammt aus einem Gerolsteiner Schnellrestaurant, in dem die Eifeler vorher gegessen hatten. Inwiefern der Luxemburger sich durch die Tüte gestört fühlte, wolle man heute herausfinden, so Düx.
Nachdem beide Autos an der Landesstraße angehalten hatten, seien der Luxemburger und der Gelsenkirchener aus ihrem Wagen ausgestiegen und zu dem anderen Fahrzeug hingegangen, erklärt Wolfgang Düx.
Beifahrer am Kragen gepackt


Der Gelsenkirchener habe dann den Beifahrer des zweiten Autos am Kragen gepackt und versucht, ihn aus dem Wagen zu ziehen. "Das ist ihm wohl deshalb nicht gelungen, weil der Beifahrer noch angeschnallt war", sagt Wolfgang Düx.
Der Luxemburger soll nach Angaben des Gerichts zunächst zur Fahrertür des anderen Wagens gegangen sein und den Fahrer verbal attackiert haben. Dann sei er jedoch umgekehrt, habe noch einen Drehmomentschlüssel aus seinem Kofferraum geholt und die Insassen des anderen Autos mit dem metallenen Werkzeug bedroht. "Er soll ihnen gedroht haben, sie umzubringen, wenn sie ihm nicht ab diesem Zeitpunkt hinterherfahren würden", sagt Düx.
Bis Kirchweiler seien die Eifeler tatsächlich dem anderen Wagen hinterhergefahren. Im Ort, wo sie sich offenbar auskannten, seien sie aber auf das Grundstück eines Bekannten gefahren. "Dort haben sie sich in einem Hof versteckt und die Polizei verständigt", sagt Düx.
Der Luxemburger und der Gelsenkirchener waren nach Angaben des Amtsgerichts zum Tatzeitpunkt in einer Dauner Suchtklinik stationiert. slg
Der Prozess gegen die beiden Angeklagten beginnt heute, Mittwoch, um 15 Uhr am Dauner Amtsgericht.