Motiviert im Moor

Zum dritten Mal startet der Landkreis Vulkaneifel ein spezielles Projekt für arbeitslose Jugendliche. Zehn junge Männer erlernen vier Tage die Woche in Naturschutzgebieten neue Fähigkeiten und erreichen neue Qualifikationen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer findet anschließend einen Job.

Daun/Weißenseifen. Ein halbes Jahr gehören die zehn Teilnehmer im Alter von 16 bis 25 Jahren zu der Jugendmaßnahme (Juma) im Bereich des Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojektes in Naturschutzgebieten. In der dritten Juma steht das Naturdenkmal "Moor bei Weißenseifen", das bereits seit 1940 besonders geschützt ist, auf der Agenda. Unter Anleitung des Meisters Manfred Schleiden und der Mithilfe der Forstarbeiter haben die Teilnehmer im Dezember bis zu 3500 Fichten gefällt, damit das Moor wieder freiliegt. In den nächsten vier Wochen steht die weitere Aufforstung an. Sascha Klein (25) aus Daun sagt zum Meister: "Manni, wir hauen hier rein." Motiviert seien die Jungs, versichern Schleiden und Ingeborg Großmann, die als Jugendscout des Kreises die Juma umfassend betreut und begleitet. Der Jüngste in der Truppe ist Sebastian Werker aus Schalkenmehren. Der 19-Jährige erklärt: "Ich habe über die Juma Spaß an der Forstarbeit bekommen. Jetzt laufen die Bewerbungen beim Forstamt." Während der Juma hat er den Kettensägen-Schein gemacht. Werker hat einen Hauptschulabschluss, ebenso wie Rudolf Klause aus Daun. Der 21-Jährige hat keine Ausbildung und ist seit knapp zwei Jahren arbeitslos: "Die Juma macht richtig Spaß. Ich würde gerne eine Ausbildung als Elektrotechniker machen." Jens Engelmann aus Mehren liebäugelt mit einer Ausbildung in der Computertechnik oder "was mit Menschen". Er hat eine Malerlehre abgebrochen. Es laufen Bewerbungen als Produktionshelfer. Jugendscout Großmann erklärt: "Wir schauen in Einzelgesprächen, wohin der Weg führen kann. Dabei versuchen wir zunächst, über Praktika das Richtige zu finden." Bei einem Teilnehmer hat es geklappt. Er hat ohne Schulabschluss den Ausbildungsvertrag ab August in einem Schreinerbetrieb in der Tasche. Großmann: "Der Betrieb war so begeistert von ihm, dass sie ihn genommen haben." Für den 25-jährigen Klein hat die Juma eine andere Bedeutung. Großmann: "Er hat Vorbildcharakter und ist deshalb dabei." Klein ist gelernter Bäcker und hat bis Oktober als Glasreiniger gearbeitet. Dann hat er einen Kurs für Existenzgründer besucht. Im Frühjahr, wenn die Zeit für Glasreiniger besser ist, wird er mit seinem Unternehmen starten. Er sagt: "Bevor ich zu Hause rumhänge, mache ich gern die Juma als Überbrückung." Der Kreis wird weiterhin Jumas in Naturschutzgebieten organisieren. Ulrich Buchs von der Unteren Naturschutzbehörde: "Ohne die jungen Leute könnte vieles nicht gemacht werden. Außerdem sind die Projekte gut, um die Lust auf grüne Berufe zu wecken."