Mundart im Ferkeltaxi

Müllenborn, Büdesheim, Gondelsheim (-Weinsheim), Willwerath: welch klangvolle Ortsnamen! Bahnstationen, die früher fast jeder kannte, bis 1980 die Bahnlinie von Gerolstein nach Prüm stillgelegt wurde.

Diese könnten wieder bald in aller Munde sein, wenn die Strecke, wie geplant, in Betrieb genommen wird. Die Gleise liegen ja noch, gut versteckt, was womöglich die Demontage durch geschäftstüchtige Chinesen oder dubiose Schrottsucher verhindert hat. 7,8 Kilometer, etwa ein Drittel der Gesamtstrecke, sollen im Besitz der Stadt Gerolstein liegen. Damit kämen die Brunnenstädter fast bis Büdesheim; die paar Kilometer nach Prüm sollten da leicht zu reaktivieren sein. Denn welch ungeahnte Möglichkeiten eröffneten sich im Falle einer Wiederinbetriebnahme: Der Tourismus würde endlich auch Prüm besser erreichen, und den Westeifel-Werken stünde eine, vielleicht sogar Schnellzugverbindung ihrer Niederlassungen in Gerolstein und Weinsheim zur Verfügung. Zwischen der neuen Kulturhauptstadt Prüm und dem langsam zum Kultur-Notstandort werdenden Gerolstein pendelten im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals Sonderzüge, deren Passagiere den Lesungen leibhaftiger Schriftsteller und den Klängen talentierter Liedersänger lauschten. Mundartvorträge im "Ferkeltaxi" könnten die Renner werden. Doch vor allem sollten sich die Gerolsteiner Bürger die zukunftsträchtigen Möglichkeiten vor Augen führen, die eine wiedereröffnete Bahnstrecke nach Prüm für eine erfolgreiche Umsetzung der anstehenden Kommunalreform bietet. Gerolstein und Prüm, durch die Bahnlinie eng verbunden, machen - fast wie bei der Kommunalreform 1970 - gemeinsame Sache. Die Gerolsteiner könnten sich so der allzu eroberungswütigen Dauner erwehren und die Prümer sich von den eher ungeliebten Bitburgern trennen. Also Gerolsteiner, macht euer Ding mit den Prümern, ehe ihr vor lauter Schlafmützigkeit irgendwelchen kleinen Restmengen-Verbandsgemeinden zugeschlagen werdet; bringt die Bahnstrecke wieder in Betrieb, rät dringendst,

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