1. Region
  2. Vulkaneifel

Museen in der Vulkaneifel sollen bald wieder öffnen

Kostenpflichtiger Inhalt: Tourismus : Das Urpferdchen bekommt wieder Besuch – Museen in der Vulkaneifel sollen bald wieder öffnen

Vorbereiten auf die Wiedereröffnung: Nach der Corona-Zwangspause können die Museen der Vulkaneifel bald wieder Gäste empfangen. Ein Publikumsansturm wird aber nicht erwartet.

Voraussichtlich in dieser Woche können die ersten Besucher im Manderscheider Maarmuseum wieder das Urpferdchen bewundern oder im Strohner Vulkanhaus die explosive Seite der Eifel nachempfinden. Genaues weiß man derzeit allerdings noch nicht. „Im Moment gibt es dazu noch keine Landesverordnung“, räumt der Leiter beider Einrichtungen, Martin Koziol, ein. „Wir richten uns auf einen reduzierten Betrieb und die Umsetzung der erforderlichen Hygienemaßnahmen ein.“

Das bedeutet nicht nur Mundschutz und Händedesinfektion sowie Take away beim Café des Vulkanhauses. „Zugelassen ist ein Besucher pro zehn Quadratmeter, so dass wir in Manderscheid maximal 20 und in Strohn bis zu zehn gleichzeitig haben können.“ Schulklassen und Gruppen, die sonst einen Großteil der wissensdurstigen Erdgeschichtsfans ausmachen, hatten schon von sich aus bis einschließlich Juli ihre Besuche abgesagt.

Koziol glaubt nicht an einen großen sommerlichen Gästeansturm mit Nachholbedarf in Sachen Museumsausflug. „Wenn man sich hier umhört, die Jugendherberge und das Jugendhüttendorf sind komplett runtergefahren, der Wandertourismus ist noch nicht wieder angekurbelt.“ Auch Jugendliche und Wanderer steuern sonst das Maarmuseum und das Vulkanhaus an. Das Defizit bei den Eintrittsgeldern gefährde die Existenz der beiden Einrichtungen nicht. „Wir haben Soforthilfe bekommen und werden wohl mit zwei blauen Augen davonkommen“, schätzt er. Das Strohner Museum wird von der Gemeinde getragen.

Die Personalkosten des Maarmuseums sind durch Zuschüsse von Land, Verbandsgemeinde und Stadt gedeckt, lediglich die Sachkosten werden durch Eintritte finanziert. „Da müssen wir halt sparen.“ Auf die wissenschaftliche Arbeit – etwa im Rahmen von Kooperationen mit anderen Geoparks – hat das keinen negativen Einfluss. „Zum Beispiel ist ein Heft geplant mit Beiträgen auch über das Urpferdchen.“ Ein südchinesischer Geopark unterstützt die Forschungsarbeit in der Vulkaneifel: „Die wollen von uns lernen.“ An neuen Besucherattraktionen für Nach-Corona-Zeiten wird ebenfalls gearbeitet. Es entsteht eine 3D-Animation des Pferdchens, mit welcher das Innenleben des Tieres bestaunt werden kann.

Auch das Naturkundemuseum in Gerolstein und das Vulkanmuseum in Daun, die wie die Einrichtungen in Manderscheid und Strohn zum Verbund des Natur- und Geoparks Vulkaneifel gehören, warten derzeit auf die Vorgaben seitens der Landesregierung. „Wir gehen davon aus, dass wir mit den notwendigen Hygienemaßnahmen, die derzeit installiert werden, zu Pfingsten wieder öffnen können“, sagt Geschäftsführer Andreas Schüller.

In Neroth ist das Mausefallenmuseum ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen. „Unsere Museumsräume sind klein, darum haben wir – auch zu unserem eigenen Schutz – beschlossen, das gesamte Jahr 2020 nicht wie üblich zu öffnen“, bedauert Helga Wallenborn, Leiterin des Museums.

Demnächst wieder zu besichtigen: das Vulkanhaus in Strohn (links) und das Naurkundemuseum im alten Rathaus in Gerolstein. Foto: e_daun <e_daun@volksfreund.de>
Das Naturkundemuseum in Gerolstein Foto: TV/Rainer Nahrendorf

Denn die normalen Gruppengrößen von 20 bis 30  Besuchern zugleich würden die Abstandsregelungen sprengen und niemand wisse, wann die Pandemie nun wirklich vorbei ist. „Aber trotzdem möchten wir das Museum nicht komplett schließen. Nach telefonischer Voranmeldung unter 06591/81121 können vier bis sechs Personen kommen“, erläutert sie das Angebot, das sich vor allem an Familien wendet.