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Nach dem Festival ist vor dem Festival

Nach dem Festival ist vor dem Festival

Die Vulkaneifel im Motorsportfieber: Dafür sorgen ab heute wieder die Organisatoren des Eifel Rallye Festivals. Um den reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung kümmern sich die bis zu 800 ehrenamtlichen Helfer.

Daun. Wer an das heute beginnende Eifel Rallye Festival in und um Daun denkt, dem kommt vor allem ein Name in den Sinn: Walter Röhrl. Er ist Schirmherr der Großveranstaltung, die vom Motorsportclub (MSC) Daun organisiert wird. Seine aktive Karriere ist zwar schon lange vorbei, aber als zweifacher Rallyeweltmeister ist der gebürtige Regensburger in der Motorsportszene immer noch eine Legende.
Aber was wäre der Schirmherr ohne die, die Urlaub nehmen und viel Freizeit opfern, damit das Festival überhaupt über die Bühne gehen kann? Einer von ihnen ist Otmar Anschütz.
Der 45 Jahre alte Dauner ist schon seit vielen Jahren vom Rallye-Fieber gepackt. Er erinnert sich noch gern an die Zeiten, als er sich mit anderen Enthusiasten mit dem Wohnmobil zu den Austragungsorten von Weltmeisterschaftsläufen aufmachte.
Stetig wachsender Zuspruch


Nun muss er nicht mehr weit fahren, um Fahrzeuge aus den ganz großen Zeiten des Rallye-Sports zu sehen, denn die kommen nun schon seit vielen Jahren in seine Heimatstadt. Zum vierten Mal veranstaltet der MSC Daun das Rallye-Festival und kann sich auf stetig wachsenden Zuspruch freuen. So machten 2013 etwa 40 000 Zuschauer die Kreisstadt drei Tage lang zum Zentrum des historischen Rallyesports.
150 Teilnehmer sind es in diesem Jahr, und die wertvollen Wagen wollen vor und nach dem Einsatz gewartet werden. Das geschieht unter anderem auf dem Dauner Marktplatz. Die Platzzuteilung gehört zu den Aufgaben von Otmar Anschütz. Aber die Plätze werden nicht wahllos zugewiesen, sondern mit Bedacht. "Wir achten darauf, dass Landsmannschaften nebeneinanderstehen, beispielsweise Engländer und Franzosen. Dann klappt es auch mit der Verständigung."
Wenn er am Tag vor dem offiziellen Start auf dem Marktplatz steht, um die anreisenden Teams einzuweisen, liegt schon viel Arbeit hinter ihm. "Es ist wirklich so: Nach dem Festival ist vor dem Festival", sagt das Mitglied des Organisationskomitees. Dabei hat er eine besondere Aufgabe: genug Personal für die Streckensicherung finden. Da trifft es sich gut, dass Anschütz Feuerwehrmann ist, denn die Wehren stellen die meisten Mitstreiter: "Man kennt sich eben - von Feuerwehrmann zu Feuerwehrmann geht manches etwas schneller." 21 Wehren sind beteiligt, aber auch Mitglieder befreundeter Motorsportclubs stellen Helfer.
Noch ist es kein Problem, genügend Leute zu finden, aber es wird laut Anschütz schwieriger: "Das macht mir etwas Kummer. Denn ohne die ehrenamtlich Aktiven gibt es kein Festival."
Und davon sind eine ganze Menge im Einsatz: Bis zu 800 Leute werden für die Festival-Tage gebraucht. Wenn die Großveranstaltung offiziell beendet ist, geht es für die Verantwortlichen noch weiter. "Erledigt ist alles erst am Montag", sagt Anschütz.
Australier buchen früh


Und wenn alles reibungslos verlaufen ist, die Zuschauer sich über ein attraktives Programm gefreut haben, überwiegt bei ihm die Zufriedenheit nach dem Stress während der Veranstaltungstage. "Dann kann ich sagen: Es hat sich gelohnt, es hat wieder richtig Spaß gemacht."
Vom Festival profitieren auch die Stadt und das Umland, weit über Daun hinaus ist kaum mehr ein Hotelbett zu bekommen. Und wer von ganz weit weg anreist, sichert sich frühzeitig sein Quartier. "Die Australier melden sich schon im Herbst bei der Touristinfo wegen der Buchung der Betten", erzählt Anschütz.
Ob er mal nach einem Autogramm gefragt wird? Eher nicht, aber dafür gibt es ja Walter Röhrl.
Extra

Verkehrsbeschränkungen in Daun: Wegen des Rallye-Festivals stehen der Marktplatz und der Parkplatz an der Bonner Straße/Kino als Parkplatz für den allgemeinen Verkehr bis Sonntag nicht zur Verfügung. Die Einfahrt in die obere Leopoldstraße ist vom Kreisverkehr Bonner Straße/Trierer Straße her von Donnerstag, bis Samstag, 22 Uhr, gesperrt. Die Einfahrt in die obere Leopoldstraße aus Richtung Gartenstraße ist ebenfalls von Donnerstag bis Samstag, 22 Uhr, nicht möglich. Die Tiergartenstraße, Kampbüchelstraße und der Ermlandweg werden für den Fahrzeugverkehr aus Richtung Dockweiler Straße von Freitag, 8 Uhr, bis Samstag, 19 Uhr, gesperrt. Die zwei obersten Ebenen des Parkdecks in der Borngasse stehen von Freitag bis Sonntag für das öffentliche Parken nicht zur Verfügung. sts