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Nach dem Tod von Ortsbürgermeister Horst Kolitsch steht in Walsdorf ein personeller Neubeginn an.

Kommunalpolitik : Neue Generation, andere Mentalität

Nach dem Tod von Ortsbürgermeister Horst Kolitsch steht ein personeller Neubeginn an. Der erste Beigeordnete Horst Well, der seit Anfang Mai das Ehrenamt ausübt, will sich zur Wahl stellen.

Von Angelika Koch

Viel Zeit hatte Horst Well nicht, um sich mit den Details des Ortsbürgermeisteramtes vertraut zu machen, als er am 7. Mai von Horst Kolitsch krankheitsbedingt gebeten wurde, seine Vertretung zu übernehmen.

Am 22. Mai starb der 78-jährige Amtsinhaber, er galt als rühriger, engagierter „Mann mit Ecken und Kanten“, der vieles im Dorf in der Verbandsgemeinde Hillesheim auch gern allein entschied.

Der 55-jährige Beigeordnete des 930-Einwohner-Orts schildert die Übergangsphase: „Es war in gewisser Weise ein Abenteuer, sich einzuarbeiten, da ich niemanden für eine Rücksprache oder für einen Erfahrungsaustausch hatte.“ Dies lag wohl auch daran, dass Kolitsch und Well bei der letzten Ortsbürgermeisterwahl Konkurrenten waren: Kolitsch holte 51 Prozent der Stimmen, sein damaliger Gegenkandidat Well 49 Prozent. „Dieses knappe Ergebnis ist ein Anzeichen dafür, dass bei allem Respekt für Kolitschs langjährige gute Arbeit bei vielen Einwohnern auch der Wunsch nach einem Generationswechsel da war“, ist Well überzeugt.

Dieser Wechsel ist zumindest vorläufig vollzogen, damit verbunden wohl auch eine andere Mentalität in der Amtsführung. „Ich bin ein Teamplayer“, so Well, „und würde auch gern delegieren wollen.“

Well, Inhaber eines Fachgeschäftes für Bogenschießsport, überlegt nämlich, nicht nur als erster Beigeordneter die laufenden Bürgermeisteraufgaben zu erledigen, sondern sich bei Neuwahlen selbst als Kandidat aufstellen zu lassen. „Wann die Wahlen stattfinden, ist noch nicht klar“, sagt er, „vielleicht beim regulär vorgesehenen Termin im Frühjahr 2019, möglicherweise jedoch bereits Ende Oktober dieses Jahres im Zuge der fusionsbedingt anstehenden Wahlen eines VG-Bürgermeisters.“

Einen Mitwettbewerber hat der parteipolitisch ungebundene Well bislang nicht. Und angesichts der Probleme, die viele kleine Orte bereits mit der Suche nach Kandidaten für das zeitaufwändige Ehrenamt haben, ist kaum zu erwarten, dass sich viele um den Posten reißen werden. Well jedenfalls will sich für seine Heimat einsetzen und ist dabei einer jener typischen Rückkehrer, um die Gemeinden und Firmen angesichts der viel zitierten Landflucht werben. Er lebte zwanzig Jahre lang in Köln, bis er vor 18 Jahren als Familienvater in die Eifel zurückzog, „weil es hier für die Erziehung von Kindern viel besser ist“. Aus eigener Erfahrung möchte er so ein Thema voranbringen: „Mit einem Dorferneuerungskonzept und einer neuen lebendigen Dorfmitte möchte ich, falls ich Ortsbürgermeister von Walsdorf werde, auch andere Familien überzeugen, sich hier niederzulassen.“