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Nach der Coronapause rücken Wehrzüge nun wieder zu Übungen raus

Rettungsdienste : Übung unter erschwerten Bedingungen

Im Entsorgungs- und Verwertungszentrum des Zweckverbands A.R.T in Walsdorf wurde am Samstag der Ernstfall simuliert. Nach einer Corona-bedingten Pause ist dies für die Wehrleute eine willkommene Gelegenheit um gemeinsam zu üben.

Beißender Qualm steigt aus dem Container, in dem die Altreifen lagern – der Rauch ist dicht und gefährlich, zudem entsteigen giftige Gase dem brennenden Biomüll. Die Situation ist brenzlig und gefährlich – kommt jemand Unerfahrenes dem Feuer zu nahe, ist die Gesundheit akut gefährdet, doch die Retter sind schon unterwegs. Die Feuerwehren aus Walsdorf und Zilsdorf treffen am Samstagabend als Erste im Entsorgungszentrum des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) ein, um die brenzlige Lage unter Kontrolle zu bringen. Doch keine Sorge, so dramatisch wie die Szene klingt, ist sie in diesem Fall nicht. Zum Glück ist alles nur eine Übung, aber durchaus eine der kniffligeren Art.

„Auf dem Gelände gibt es keine Wasserversorgung“, sagt Wehrführer Tobias Spohr. Das Wasser müsse aus einem Hydranten, der sich vor der Einfahrt zur Verwertungsstelle befindet, gepumpt werden. „Wir haben, weil uns diese Besonderheit bekannt ist, einen Schlauchwagen dabei.“

Insgesamt 2000 Meter Schlauch können die Wehrleute auf dem Areal verlegen. Zusätzlich fährt ein Löschfahrzeug im Hof der Anlage ein, das 1000 Liter Wasser transportieren kann - zum ersten Mal testen die Walsdorfer und Zilsdorfer Feuerwehren zudem einen Faltbehälter, der 5000 Liter Löschwasser aufnehmen kann.

„Unsere Aufgabe ist es, zu den Brandherden vorzudringen. Im Ernstfall müssten wir wegen der Gifte, die durch das Feuer entstehen, Atemschutzgeräte tragen“, erklärt Dennis Nehr, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Walsdorf und am Samstag der Einsatzleiter der Übung.

Der Umgang mit jedem einzelnen Schlauch muss im Ernstfall perfekt sitzen. Ansonsten wird ein Einsatz schnell zu einer lebensgefährlichen Falle – er muss laufen wie ein gut geschmiertes Getriebe. Foto: Vladi Nowakowski

„Feuerwehr und A.R.T. möchten die Reaktionsschnelligkeit und die Abläufe der Lösch- und Bergungstrupps schulen, um bestmöglich auf eine Notfallsituation vorbereitet zu sein“, heißt es in der Presseerklärung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier zum gemeinsamen Probeeinsatz..

Und es gelingt: In Windeseile haben die 22 beteiligten Wehrleute die Schläuche bis an die Brandherde verlegt, die qualmenden Altreifen werden unter einem dickflüssigen Schaum begraben.

Ob aus Walsdorf oder Zilsdorf , die Handgriffe aller Wehrleute müssen aus dem Effeff abgerufen werden können, damit jedes Rädchen ins andere passt. Foto: Vladi Nowakowski

„Wir werden nach der Übung unseren Einsatz analysieren. Einige Abläufe können wir noch verbessern“, sagt Wehrführer Tobias Spohr. „Einige der Schläuche sind ungünstig verlegt. Falls zusätzlich ein Rettungsfahrzeug einfahren sollte, hätten wir ein Problem.“ Ein erstes Fazit des Walsdorfer Wehrführers: „Die lange Zeit, in der wir coronabedingt nicht üben durften, macht sich bemerkbar.“