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Nach einem Punkte-System vergibt Stadt Daun künftig Grundstücke

Stadtentwicklung : Daun vergibt bald Baugrund nach Punkte-System

Der Stadtrat beschließt Richtlinien zur Vergabe von städischen Grundstücken in einem, neuen Wohngebiet – auch weil es oberhalb des Pützborner Hangs mehr Kaufinteressenten als verfügbare Flächen gibt.

Die Corona-Pandemie hat die Träume vom eigenen Haus bis dato offenbar nicht bremsen können. Was den Bereich Hausbau oder -kauf angeht, sehen regionale Banken wie die Kreissparkasse Vulkaneifel „nach wie vor eine rege Tätigkeit“, berichtete Vorstand Dietmar Pitzen vor Kurzem im TV-Interview, das Geschäft laufe trotz Corona unvermindert weiter. Was auch der Stadt Daun in die Karten spielt, lässt sie doch derzeit ein Baugebiet auf der Gemarkung Krikelsheid oberhalb des Wohngebiets Pützborner Hang erschließen. Es entstehen 40 Baugrundstücke, die laut Stadtbürgermeister Friedhelm Marder nach wie vor begehrt sind. Aber wer bekommt den Zuschlag für eine der Flächen?

Die Stadt hat Richtlinien zur Vergabe von städtischen Grundstücken in neuen Wohngebieten erarbeitet. Die Vergabe soll mittels eines Punktesystems erfolgen, „was eine transparente und einheitliche Vorgehensweise für die Bewerber ermöglicht“, heißt es in den Unterlagen für die jüngste Stadtratssitzung.

Vergabekriterien sind unter anderem der Lebensschwerpunkt (Wohn-/Arbeitsort) der Interessenten, die Förderung junger Bewerber beziehungsweise Familien mit Kindern, Behinderungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen und auch ehrenamtliche Tätigkeiten.

Unberücksichtigt bleibt die finanzielle Situation der Bewerber, allerdings enthalten die Richtlinien auch Bestimmungen zur Vorlage einer Finanzierungsbestätigung.

Zur Anwendung kommt das vom Stadtrat beschlossene Punktesystem nun beim Baugebiet „Auf Krikelsheid“. Es wird in drei Bereiche aufgeteilt, die Preise pro Quadratmeter belaufen sich auf 100, 110 und 125 Euro. Die SPD-Fraktion hatte eine Reduzierung der Preise um jeweils fünf Euro (95, 105, 120) beantragt, fand dafür aber keine Mehrheit im Rat.

Der Bewerber mit den meisten Punkten kann sich ein beliebiges Grundstück aus der von ihm bevorzugten Zone aussuchen. Bei Punktegleichheit wird das Los entscheiden. Bewerber, die dadurch leer ausgehen, erhalten jedoch die Chance, ein anderes Grundstück zu kaufen. „Es soll den Bewerbern möglich sein, wenn sie ein Grundstück nicht in einer Zone erhalten, sich auf eine weitere Zone zu bewerben, das heißt, Bewerbungen auf mehrere Zonen sollen möglich sein“, heißt es im Stadtratsbeschluss.

Bis der erste Spaten- oder Baggerstich für den Bau eines Einfamilienhauses erfolgen kann, wird es aber noch dauern. Bei der Stadt geht man davon aus, dass die künftigen Grundstücksbesitzer im zweiten Halbjahr 2021 starten können.