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Nach Nepal, um zu helfen

Nach Nepal, um zu helfen

Drei Eifelerinnen berichten in einer Fotoausstellung in Daun über eine besondere Reise in das Himalaya-Gebiet.

Daun Nepal und Himalaya, das klingt nach einem abenteuerlichen Urlaub. Drei Frauen aus der Eifel, die gebürtige Daunerin Petra Vankerkom (Trier), Anne Karin Thielen (Kaisersesch) und Stefanie Mayer-Augarde (Daun), waren im vergangenen Herbst zusammen in der Region um die nepalesische Stadt Kathmandu. Aber ihnen ging es nicht um touristische Hochgebirgstouren, sondern sie waren dort, um zu helfen. Ab dem 18. Februar zeigt Petra Vankerkom Fotos von dieser besonderen Nepal-Reise in der Galerie Augarde in Daun. Mit ihrer Hilfsaktion "a smile for nepal" (ein Lächeln für Nepal) unterstützt sie Menschen, die von dem schweren Erdbeben 2015 betroffen waren, hilft Schulen wieder aufzubauen und sammelt Geld für die Schulausbildung von Kindern.
"Wir waren während des Dashain-Fests in Kathmandu, dem größten nepalesischen Fest. Dabei beschenken die Menschen sich, wie bei uns an Weihnachten", erklärt die gebürtige Daunerin Petra Vankerkom. Mit der Unterstützung ihrer Freundin Tsering aus der nepalesischen Hauptstadt haben die drei Eifelerinnen dann Orte aufgesucht, wo ihre Hilfe gebraucht wurde. "Wir haben bei Straßenhändlern Äpfel, Bananen und Kekse gekauft und sind dann zuerst in ein Waisenhaus außerhalb der Stadt gefahren. Da leben etwa 50 Kinder", sagt Vankerkom, und Stefanie Mayer-Augarde ergänzt: "Die Kinder waren so froh, haben Musik angemacht und mit uns getanzt. Außerdem hatten wir Kleidung von zu Hause mitgebracht."
Ein Erlebnis beim Kleiderverteilen hat die Frauen besonders beeindruckt: "Ich hatte mein altes Deutschland-Trikot von 2006 dabei", sagt Petra Vankerkom, "das habe ich hochgehalten und gefragt, für wen ist das? Und alle Kinder haben auf einen Jungen gezeigt." Auch ein weiterer Besuch in einem Altenheim hat bei den beiden nachhaltigen Eindruck hinterlassen: "Da leben 200 alte Leute, und als wir unsere kleinen Geschenke verteilt haben, haben die sich in einer Schlange aufgestellt. Da war ich froh, dass ich hinter meiner Kamera stand. Ein Apfel oder eine Banane sind dort Luxus. Für mich war das zwar eine Kleinigkeit, aber man schämt sich fast, weil da so eine große Dankbarkeit zurückkommt." Vankerkom hatte zusätzlich 600 Euro Spendengeld dabei. Das hat sie ihrer Freundin Tsering gegeben "und die hat dann vor Weihnachten Wolldecken für die alten Leute gekauft." Wichtig für die Gründerin der Hilfsaktion war, dass sie und ihre beiden Mitreisenden sich vor Ort davon überzeugen konnten, dass alle Spenden auch tatsächlich korrekt verwendet werden und nicht in dunklen Kanälen verschwinden. "Das Besondere ist, dass man die Projekte langsam wachsen sieht. Ich habe ja auch die Schulgeld-Patenschaften für mittlerweile 40 Kinder organisiert. Jetzt konnte ich die Kinder besuchen und sehen, das ist was für die Zukunft." Auch Stefanie Mayer-Augarde hat wichtige Eindrücke mitgebracht: "Es ging bei dieser Reise darum, die Arbeit des Hilfsprojekts vor Ort zu sehen und um die Menschen - zu sehen, wie sie leben, miteinander umgehen. Und um die Gelassenheit, die man in Nepal findet."
Die Ausstellung vom 18. Februar bis 11. März in Galerie Augarde zeigt die Stationen der Nepalreise und vermittelt Eindrücke vom Leben der Menschen.