Nach Vandalismus am Dauner Gymnasium: Es summt bald wieder im Schulgarten

Daun · Nachdem Vandalen die Bienenvölker am Dauner Gymnasium getötet hatten, herrschte riesige Anteilnahme und Hilfsbereitschaft.

Nach Vandalismus am Dauner Gymnasium: Es summt bald wieder im Schulgarten
Foto: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"

"Das grenzt an ein Wunder." Enthusiastisch und mit großen Worten beschreibt Klaus-Peter Marchewitz, was auf den Vandalismus folgte, durch den Mitte Februar die beiden, 25.000 Tiere zählenden Bienenvölker im Schulgarten des Thomas-Morus-Gymnasiums ihren Tod fanden und tags drauf ein großer Bericht dazu im TV stand. Der Hausmeister und Leiter der noch jungen Bienen-AG der Schule berichtet davon, dass "wir eine Resonanz hatten, mit der wir im Leben nicht gerechnet haben". Bekannte wie Unbekannte hätten sich gemeldet, um zu helfen.

Das bestätigt Schulsekretärin Monika Eich, bei der die Fäden zusammenlaufen. Sie sagt: "Hier rappelte den ganzen Morgen, als der Bericht im TV stand, das Telefon. Sogar Leute, die gar nichts mit der Schule zu tun haben, haben per Mail Unterstützung zugesagt und wollten die Kontonummer wissen. Da waren sogar ein
Autohaus aus der Pfalz und eines aus Baden-Württemberg dabei."

Schulleiter Christoph Susewind hat die Resonanz ebenfalls überrascht und stark beeindruckt. Er berichtet: "Ich wollte meinen Augen nicht trauen, als beispielsweise die Spende des Frauen-Lions-Clubs Mürlenbach eingegangen ist: 1000 Euro." Kollegen seien auf ihn zugekommen, hätten spontan den Geldbeutel geöffnet und ihm einen Schein in die Hand gedrückt. Alles sehr beeindruckend. Stand heute sind sage und schreibe 4000 Euro zusammengekommen. Von dem Geld werden nicht nur vier neue Bienenvölker gekauft, sondern ihnen wird auch ein komfortables Zuhause gebaut: Anstatt einfacher Kästen mit einem Blechdeckel, der mit einem Stein beschwert ist, ziehen sie demnächst in ein umfunktioniertes Gartenhaus mit Einflugschneise ein. So sind die Tiere künftig besser vor Vandalismus geschützt, und das Haus bietet zudem ausreichend Platz für die Werkzeuge und Arbeitsmittel, die die Kinder für ihre Arbeit mit den Bienen benötigen.

Er habe in diesen Tagen viel über Bienen dazugelernt, sagt der Schulleiter. Schließlich habe er viele Fragen beantworten müssen - vor allem, wie viel ein Bienenvolk kostet. Jetzt weiß er es: "140 Euro."
Und er habe sich die Frage gestellt, weshalb die Anteilnahme und der Wunsch nach Hilfe so groß gewesen seien. Sein Erklärungsversuch: "Ich glaube, von der Biene geht eine Signalwirkung aus: Die Menschen wissen, wie wichtig sie fürs Ökosystem und letztlich für unser Überleben ist. Und da haben nach der Nachricht vom massenhaften Sterben dann eben viele eine buchstäblich allergische Reaktion gezeigt."
Auch die Schüler, die laut Betreuer Marchewitz "alle total bestürzt waren", haben spontan und aus eigenem Antrieb heraus einen Kuchenverkauf eigens zur Wiederbelebung der Bienen AG auf die Beine gestellt. "Die haben Plakate gemalt und sich richtig ins Zeug gelegt", erzählt er.

Kurz nach dem traurigen Vorfall habe er spontan gedacht: "Jetzt ist die AG am Ende." Doch das hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet.
Im Gegenteil: Bereits Anfang April sollen vier neue Völker im neuen Bienenhaus einziehen, das die nächsten Tage gebaut wird. Die Bodenplatte im Schulgarten wurde übers Wochenende gegossen, das Holz des Gartenhäuschens haben Schüler bereits in den vergangenen Tagen gestrichen.
Marchewitz denkt sogar schon an den nächsten Weihnachtsbasar in der Schule, wenn dann hoffentlich wieder selbst hergestellte Bienenwachskerzen und Honig verkauft werden, "der so gut schmeckt wie kein anderer", sagt er selbstverständlich - und lacht.

Und es gibt noch einen anderen Grund, der ihn positiv stimmt: "Zwei der drei Täter, die inzwischen dingfest gemacht wurden, waren bereits bei mir, haben für Schadenersatz gesorgt und sich entschuldigt. Das habe ich angenommen, und daraufhin haben wir die Anzeige auch zurückgezogen."
Beim Dritten im Bund - auch da habe es bereits Kontakt gegeben - erwartet er dies für die nächsten Tage. Marchewitz sagt: "Die haben mir glaubhaft versichert, dass es ihnen sehr leid tut und sie gar nicht gewusst haben, was sie anrichten, als sie die Abdeckung von den Bienenkästen runtergetreten haben."