Nach wie vor eine Zukunftsbranche

DARSCHEID. (red) Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, hat erneut die schlechten Rahmenbedingungen für Bauern und Winzer kritisiert. In Darscheid rief er seine Berufskollegen auf, weiter für ihre Interessen zu kämpfen.

Den dramatischen Absturz der bäuerlichen Einkommen hat der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, beklagt. Bei der Mitgliederversammlung der Kreisbauern- und Winzerverbände Cochem-Zell und Daun rief der Bayer in der Darscheider Lehwaldhalle alle Politiker dazu auf, Landwirten und Winzern eine faire Zukunftschance zu geben. Sonnleitner kritisierte, dass aufgrund miserabler Rahmenbedingungen die Investitionen in der Landwirtschaft allein in Deutschland im vergangenen Jahr um 3,6 Milliarden Euro zurückgegangen seien. Gleichwohl sei die Landwirtschaft, was das Bruttoinlandsprodukt angehe, immer noch "in Augenhöhe mit der Automobil-Industrie"."Wir sind immer noch ein volkswirtschaftliches Faustpfand", rief er den mehr als 300 Teilnehmern zu; nach wie vor sei die Landwirtschaft eine Zukunftsbranche.In der Osterweiterung der Europäischen Union sieht Gerd Sonnleitner sowohl Chancen als auch Risiken. Probleme seien besonders in der Verbrauchersicherheit zu erwarten, auch mit Blick auf unterschiedliche Anwendungen von Gen-Vorschriften. Gleichzeitig rief er die Bauern dazu auf, den Discountern die Zähne zu zeigen. Sonnleitner: "Wir lassen uns nicht kaputt machen."Auch der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, Leo Blum, appellierte an die Landwirte, sich dem neuen Weg in der Agrarpolitik zu stellen. Immerhin gehe es um die Sicherung hochwertiger Lebensmittel. Da seien die Bauern nach wie vor unverzichtbare Partner. Auch Blum mahnte angesichts anhaltender Globalisierungs-Bestrebungen bessere Wettbewerbsbedingungen an.Geisen fordert weniger Bürokratie

Der FDP-Landtagsabgeordnete Edmund Geisen wies darauf hin, dass das Thema Ausgleichszahlungen seit mehr als zehn Jahren unter dem Motto "Bürokratie-Abbau" stünde. Dies könne jedoch nur durch eine bundesweit einheitliche und flächenbezogene Betriebsprämie erreicht werden. Dies sehe Präsident Sonnleitner wohl anders, kritisierte Geisen. Er jedenfalls bleibe dabei: "Was wir brauchen, ist mittelfristig Bürokratie-Abbau, die Harmonisierung der Produktions- und Wettbewerbsbedingungen sowie einen einheitlichen, europaweiten Verbraucherschutz", betonte der Abgeordnete.