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Nach zwei Jahren zurück an der Spitze

Nach zwei Jahren zurück an der Spitze

Die CDU-Kreistagsfraktion hat den Landtagsabgeordneten und früheren Kreisverbands-Vorsitzenden Herbert Schneiders (Daun) zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Er ist damit Nachfolger von Gordon Schnieder, der nach der gescheiterten Sparkassenfusion zurückgetreten war.

Daun. Noch vor wenigen Monaten hätte sich wohl kaum jemand dieses Comeback vorstellen können: Nach einem nach eigener Auskunft "heftigen Herzinfarkt" im Sommer hatte Herbert Schneiders sich um seine Gesundheit kümmern müssen und dabei sicher nicht an neue politische Aufgaben gedacht.

Nun ist er aber wieder da, wo er schon von 1994 bis 2006 war: an der Spitze der CDU-Kreistagsfraktion. Diese hat ihn in dieser Woche einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. "Ich fühle mich grundsätzlich gut, wenn ich auch noch einiges an meiner Gesundheit zu arbeiten habe", erklärt der 55-Jährige im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Noch länger als Fraktionschef hatte Schneiders als Vorsitzender des CDU-Kreisverbands amtiert: von 1990 bis 2006, seitdem hat dieses Amt Frank Mörsch inne. Im Mainzer Landtag sitzt der in Daun wohnende Jurist seit 1991.

An der Spitze der Kreistagsfraktion hatte ihn im November 2006 Gordon Schnieder abgelöst. Schnieder war Anfang September zurückgetreten und hatte damit seine Konsequenz aus der von der Mehrheit der CDU-Kreistagsfraktion angestrebten, aber gescheiterten Fusion der Kreissparkassen Vulkaneifel und Bitburg-Prüm gezogen. Für den Banken-Zusammenschluss hatte sich auch Herbert Schneiders stark gemacht.

Seinen ersten Einsatz im neuen, aber altbekannten Amt hat er bei der Sitzung des Kreistags am Montag. Hätte er früher vielleicht ganz spontan ein solches Amt übernommen, so hat er sich diesmal etwas Bedenkzeit genommen: "Ich habe mir das schon überlegt, nicht von der Sache her, sondern mit Blick auf meine Gesundheit. Ich habe mich aber letztlich entschlossen, die Aufgabe zu übernehmen."

Seine Amtszeit ist überschaubar, endet sie doch mit dem Auslaufen der kommunalen Legislaturperiode Mitte 2009. Schneiders: "Den gewohnten alten Reiz dieses Amts kenne ich ja noch. Ich habe es damals gerne gemacht, und das wird auch jetzt wieder so sein."

Stellvertretende Vorsitzende der Kreistagsfraktion bleiben weiterhin Alois Manstein und Werner Arenz, der die Fraktion nach Schnieders Rücktritt kommissarisch geführt hatte.

Meinung

Keine Experimente

Das Wichtigste an der Nachricht, dass Herbert Schneiders wieder zum Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion gewählt wurde, ist Folgendes: Er ist ganz offenbar gesundheitlich wieder so auf dem Damm, dass er wieder drin ist im politischen Geschäft, nicht nur auf Landes-, sondern ebenso auf Kreisebene. Die Wahl Schneiders belegt, dass die CDU neun Monate vor der Kommunalwahl nicht noch einmal eine Runderneuerung vollziehen will und kann. Dazu fehlt ihr zum einen die erforderliche Personaldecke, so setzt man mit Herbert Schneiders auf Bewährtes, hatte er das Amt doch schon einmal mehr als zehn Jahre inne. Jetzt ist nicht mehr die Zeit für Experimente. Zudem gilt es für die CDU im Landkreis Vulkaneifel, bis zur Wahl im Juni 2009 nach außen Geschlossenheit zu demonstrieren, um nach der Fusionspleite in der Wählergunst vielleicht doch noch mit einem blauen Auge davon zu kommen. s.sartoris@volksfreund.de