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Nachfolge ist gesichert: Erfolgreiches Schalkenmehrener Hotel bleibt weiter ein Familienbetrieb

Wirtschaft : Nachfolge ist gesichert: Erfolgreiches Hotel bleibt weiter ein Familienbetrieb

Der Landgasthof Michels in Schalkenmehren gehört zu den Vorzeigebetrieben der Hotellerie in der Region. Rund zwei Millionen Euro werden derzeit in einen größeren Wellnessbereich und eine Saunalandschaft investiert. Auch eine Erweiterung der Bettenkapazität ist bereits in Sicht.

Die Winterzeit ist für viele Hoteliers in der Eifel eigentlich eine Zeit mit wenig Gästen – nicht so im Landgasthof Michels in Schalkenmehren. „Das Hotel ist dank der Wellnessanlage auch jetzt im Winter ausgebucht“, sagt Melanie Drayer (56), die das Hotel mit ihrem Mann Hubert Drayer (58) führt. Eine nach eigenen Angaben Belegungsquote von 94 Prozent und eine Kundenzufriedenheit von 95 Prozent auf sieben Bewertungsportalen sprechen Bände, das Haus im Drei-Maare-Dorf ist ein Vorzeige-Unternehmen, was die Hotellerie in der Region angeht.

Über Jahre wurde das Hotel immer weiter ausgebaut und erneuert. Hallenbad, Sauna und Spa- Bereich oder eine Gartenanlage mit Ruhezonen, Hubert und Melanie Drayer investieren praktisch jedes Jahr.  Worin liegt für Hubert Drayer das Geheimnis des Erfolgs? „Dies kommt daher, dass wir ein Familien geführtes Hotel sind. Das ist eine ganz andere Atmosphäre als in einem Kettenhotel.“

Er ergänzt: „„Ein Hotel ist wie ein Cocktail, wenn viele Zutaten drin sind und alles harmoniert, dann ergibt das ein gutes Gesamtbild. Wir scheinen da die richtige Mischung gefunden zu haben. Wir haben Wellness, legen viel Wert auf die Kulinarik, und auch die einzigartige Natur hier in der Vulkaneifel spielt natürlich eine wichtige Rolle“.

Frühzeitig haben Hubert und Melanie Drayer auch die Nachfolge im Familienbetrieb geregelt. Ihre Töchter Luisa und Julia wollen die Tradition weiterführen. Die 28-jährige Julia Drayer ist seit September 2018 fest im Betrieb verankert und momentan im Marketing des Hotels und an der Rezeption tätig. „Die Hotellerie ist definitiv mein Traumberuf. Die Zusammenarbeit mit all den unterschiedlichen Abteilungen und Mitarbeitern, der Kontakt zu den Gästen und generell die Führung und Weiterentwicklung eines Hotels macht mir Spaß. Ich freue mich zudem sehr, meine Erfahrungen, die ich unterwegs gesammelt habe, in unserem eigenen Hotel jetzt einbringen zu dürfen“, sagt sie im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Ihre berufliche Laufbahn zeigte schon früh in den Hotelbereich. Nach dem Abitur arbeitete sie in Paris in einem Hotel. „Danach wusste ich: Das hier ist der richtige Beruf für mich“. Sie absolvierte  ein Duales Hotellehrstellenstudium mit Stationen in der Schweiz, im Schwarzwald, Berlin und Brüssel. Ihre Schwester Luisa (22) hat nach dem Abitur eine Kochlehre gemacht, arbeitet nun in der Nähe von Freiburg in einem Hotel und macht parallel noch ein Duales Studium im Hotelmanagement. „Sie kommt aber erst in ein paar Jahren fest in den elterlichen Betrieb“, erklärt Vater Hubert.

Bereits seit vielen Jahren werden die Töchter in die wichtigen Entscheidungen zur Entwicklung des Hotels eingebunden, so auch in die jüngste Erweiterung. „Es ist eine große Freude für uns, dass die Nachfolge geklärt ist und unsere Kinder das Hotel weiterführen“, sagt Melanie Drayer. Ihr Mann ergänzt: „Sonst hätten wir das, was wir jetzt machen, nicht mehr in Angriff genommen.“

Rund zwei Millionen Euro werden in einen vergrößerten Wellnessbereich und eine Saunalandschaft investiert. Der bisherige  Wellnessbereich wird dabei von 1100 auf 2000 Quadratmeter vergrößert. Zudem kommt ab Mai noch ein Salzdampfbad und Gradierwerk sowie ein Außenschwimmbad mit Wellnessgarten (ab Juli) dazu. Auch Gäste aus der Umgebung werden auf Vorbestellung die Anlagen nutzen, allerdings nicht uneingeschränkt.

Das nächste Vorhaben ist schon in Sicht: „Ende des Jahres steht die nächste Investition an. Es soll eine Hotelerweiterung um zwei Restauranträume sowie zwölf bis 14 Zimmer folgen“, kündigt Hubert Drayer an. Langsam ist der Platz für räumliche Erweiterungen im Außenbereich zu Ende, das wissen Hubert und Melanie Drayer auch. „Wenn wir den familiären Charakter des Hotels erhalten wollen, ist die Grenze der Möglichkeiten erreicht. Eine weitere Vergrößerung ergibt keinen Sinn mehr. Wenn wir mit den aktuellen Vorhaben fertig sind, ist das Ganze ein in sich geschlossenes, stimmiges Haus mit 65 Zimmern und 120 Betten“.