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Nachwuchskünstler trifft sein Vorbild

Nachwuchskünstler trifft sein Vorbild

Nach seiner Show "Alex Krewer spielt Paul Panzer" strebt der junge Trierer eine Karriere als Comedian an. Dazu arbeitet der Autist sein eigenes Programm aus - und holt sich Tipps von einem berühmten Kollegen.

Nachwuchskünstler trifft sein Vorbild
Foto: ARRAY(0x1b6616ac8)

Trier Alexander Krewer musste in seinem Leben bereits einige Hürden überwinden. Die nächste wird es sein, sich seinen Traum zu erfüllen, als professioneller Comedian bekannt zu werden.
Der 24-Jährige ist ein Asperger-Autist, was ihm in der Kindheit einige Schwierigkeiten bereitete. Asperger ist eine abgestufte Form des Autismus, die sich unter anderem durch Probleme im zwischenmenschlichen Bereich und in der Motorik äußert.
Weil in Familie und Schule Probleme auftraten, suchten seine Eltern Hilfe und schickten ihren Sohn in eine spezielle Einrichtung. "Das war das Beste, was mir passieren konnte", erzählt Alexander Krewer. Heute fällt ihm der Umgang mit anderen Menschen viel leichter.
Krewer machte seinen Hauptschulabschluss auf der Stefan-Andres-Schule in Schweich. Im Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg erwarb er seinen Realschulabschluss und absolvierte eine Berufsausbildung zum Fachpraktiker für Holztechnik. Sein Ziel lautet aber anders: "Ich wusste schon mit fünf, dass ich Künstler werden will", sagt Krewer. Ausgerechnet in den Comedian-Bereich einzusteigen, dazu inspirierten ihn die Comedy Slams in Trier, bei denen er regelmäßig hilft. Als ersten Schritt in diese Richtung nahm der Nachwuchskünstler Schauspielunterricht bei Thomas Peters, gebürtiger Trierer und professioneller Schauspieler. Er schloss sich der Trierer Theatergruppe "Kreuz & Quer" an, machte Hörbücher für die Internet-Plattform hoertalk.de und sprach ehrenamtlich für die Tonpost des Bistums Trier.
Alexander Kotz, Schauspieler und Regisseur der Theatergruppe "Kreuz & Quer", unterstützte Krewer bei der Organisation seines Paul-Panzer-Projekts und stellte den Kontakt zur Kulturstiftung her. Mit der Show im Jugendhilfezentrum des Helenenbergs wollte der Nachwuchskünstler auch mit der betreuten Zeit seines Lebens ab schließen und ein neues Kapitel anfangen (der TV berichtete). Als Asperger-Autist legte Krewer sich einen genauen Probenplan zurecht, da Betroffene Probleme haben, ohne geregelten Tagesablauf paratzukommen. Um Paul Panzer perfekt imitieren zu können, hat sich der 24-Jährige die DVD der Original-Show mindestens 100 Mal angesehen. Er prägte sich jede Bewegung des berühmten Comedians genau ein. "Es sollte ein Abbild mit eigener Interpretation werden", sagt Krewer.
Vor dieser Show hatte Krewer bereits das Programm "Endlich Freizeit" von Panzer auf dem Helenenberg aufgeführt.
Unter allen deutschen Comedians entschied Krewer sich gerade für Paul Panzer, da er bereits als Kind ein Fan von ihm war. "Was mich an ihm so begeistert, ist die Entwicklung seiner Figur", sagt Krewer. Panzer habe es geschafft, seine Figur vom Telefon auf die Bühne zu holen - und das mit großem Erfolg. Diese "unglaubliche Steigerung" auch in Bezug auf die Zuschauerzahl seiner Shows bewundert Krewer an Panzer.
Mangels eigenen Materials musste der Trierer bis jetzt andere imitieren, doch nun arbeitet er an eigenen Comedy-Nummern. "Mal sehen, wie das klappt", sagt der der 24-Jährige, denn bis jetzt habe er eher ernste Texte verfasst. Krewer plant seine ersten Nummern bei den Trierer Comedy Slams auszuprobieren. "Ich möchte mich zunächst einmal generell als Künstler und Comedian mit einfachen Themen des Alltags ausprobieren", sagt Krewer. Sein vorläufiger Künstlername ist AlexxKa.
"Mit Kunst Geld zu verdienen dauert Jahre", sagt der junge Künstler. Das Problem ist, dass er sich als Asperger-Autist nur schwer auf mehrere Aufgaben gleichzeitig konzentrieren kann. Für ihn ist es äußerst mühsam, einen Vollzeitjob zu erledigen und seine Karriere voranzutreiben. Krewers momentaner Arbeitgeber Thorsten Müller, Chef der Firma TM Eventservice, bei dem er zurzeit als Aushilfe arbeitet, stellte ihm jetzt einen Teilzeitjob in Aussicht.
Krewer benötigt Förderer, die Potenzial in ihm sehen, denn er braucht Unterricht, und professionelle Lehrer sind teuer. Eine erste Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, erhofft sich der Nachwuchskünstler von einem Termin am heutigen Samstag in Oberhausen: Dort trifft er ausgerechnet sein Idol Paul Panzer vor dessen Auftritt und kann dann die Show aus der ersten Reihe verfolgen.
Kontakt zu Alexander Krewer über seine Facebook-Seite AlexxKa.
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