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„Netzwerk Demenz Vulkaneifel“ in Daun hat eine neue Koordinatorin

Gesellschaft : „Netzwerk Demenz Vulkaneifel“ in Daun hat eine neue Koordinatorin

Ausgerechnet zum Beginn der Corona-Pandemie hat Gabriele Bußmann das vereinende Ruder des Verbands übernommen – geschadet hat das der Arbeit nicht, die schwierige Lage förderte eher die Kreativität des Teams.

Gabriele Bußmann ist neu als Koordinatorin bei dem 2012 gegründeten „Netzwerk Demenz Vulkaneifel“. Wenn auch zurzeit wegen Corona vieles anders ist als geplant – ausbremsen ließen sie und ihre Mitstreiter sich keineswegs von den Einschränkungen durch die Pandemie.

Das Netzwerk sei bestens aufgestellt und die Koordination eine Aufgabe, die ihr viel Freude mache: So bringt Gabriele Bußmann aus Horperath bei Kelberg ihre neue Tätigkeit auf den Punkt. Seit dem 1. April besetzt die 64-jährige studierte Diplom-Geologin mit Berufserfahrung in den Bereichen Marketing und Mediation und Studierende der Psychologie die neu geschaffene und finanziell durch die Krankenkassen und den Landkreis Vulkaneifel geförderte Koordinierungsstelle beim „Netzwerk Demenz Vulkaneifel“ (siehe Hintergrund).

Doch hoppla, 1. April? Stellte da nicht gerade das seit einem Monat auch in Europa wütende Corona-Virus die Welt auf den Kopf und damit auch die Arbeit des Netzwerks? Tartsächlich fing Bußmann zur wohl denkbar ungünstigsten Zeit als Koordinatorin an. So gut wie kein Projekt konnte mehr wie geplant durchgeführt, die Angebote nur noch eingeschränkt bereit gestellt werden.

Neue Wege mussten beschritten werden und man machte sich gleich an die Arbeit. So entwickelten im Schulterschluss mit den Netzwerk-Mitgliedern (siehe Info) Bußmann als Koordinatorin und Christian Günther (Pflegeschulen Daun), Melanie Jaax (Katharinenstift Hillesheim) sowie Stefan Skupke (Regina-Protmann-Haus Daun) als Mitglieder des Steuerungsgremiums per Video- und Audiokonferenzen kreative Ideen.

Zunächst wurde ein „Sorgentelefon“ eingerichtet zur Unterstützung bei der Bewältigung größerer und kleinerer Probleme in der häuslichen Pflege. Statt des monatlich im Regina-Protmann-Haus in Daun stattfindenden und bei Teilnehmern, Bewohnern und Gästen gleichermaßen beliebten Chortreffens „Komm, sing mit!“ (der TV berichtete) wurde „Trompete zum Trost“ ins Leben gerufen.

Im Rahmen dieses vom Verein „Bürgerdienst“ finanzierten Projekts konzertiert der Musiker und Musikschulleiter Michael Frangen in den Außenbereichen der Pflegeeinrichtungen im gesamten Landkreis Vulkaneifel. „Die Trompete bringt alle Eigenschaften des Zuhörens auf Distanz mit“, erklärt Gabriele Bußmann. Und erzählt von überaus gelungenen und bewegenden Open-Air-Veranstaltungen, bei denen die Bewohner in den Räumlichkeiten und gelegentlich auch in den hauseigenen Gärten der Musik lauschen oder mitsingen.

Wenn auch die Koordinierungsstelle eine neue Aufgabe von Gabriele Bußmann ist – das Netzwerk Demenz Vulkaneifel ist ihr bereits seit einigen Jahren vertraut. In Zusammenarbeit mit dem Zeitreisemuseum „Nostalgikum“ in Uersfeld besucht sie Seniorenwohnheime und bringt dort einen Koffer mit Gegenständen des Alltags aus den 1950er und 1960er Jahren zum Einsatz. Doch auch dieses Projekt ruht zurzeit.

Stattdessen stehen demnächst insgesamt 50 Exemplare des „Koffers der Erinnerungen“, bestückt mit Fotografien aus vergangenen Zeiten, Angehörigen von an Demenz Erkrankten zur Ausleihe zur Verfügung.

Und statt der im Frühjahr Corona bedingt ausgefallenen Fortbildungsveranstaltung mit Professor Matthias Maschke, Chefarzt und Facharzt für Neurologie, spezielle neurologische Intensivmedizin und Geriatrie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier, gibt es unter www.demenz-vulkaneifel.de einen siebenminütigen Podcast des Professors zum Thema „Medizin gegen Demenz“ sowie Tipps zur Beschäftigung im Alltag für Menschen mit Demenz.

Kontakt zum Netzwerk Demenz Vulkaneifel: Koordinatorin Gabriele Bußmann, Telefon: 02692/9325290, E-Mail: g.bussmann@demenz-vulkaneifel.de, c/o DRK-Bildungswerk EMH e.V., Leopoldstraße 34, 54550 Daun.