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Neue Ausgabestationen für die Tiertafel in der Vulkaneifel

Neue Tiertafel-Stationen in Hallschlag und Gerolstein : Hilfsbereitschaft für Menschen und Tiere in der Vulkaneifel

Hans-Dieter und Luise Budick hatten die erste Tiertafel der Region in Jünkerath gegründet, die im Sommer jedoch vom Hochwasser beschädigt wurde. Neue Stationen in Hallschlag und Gerolstein sorgen künftig für eine noch bessere Versorgung der Bedürftigen.

Für nicht wenige Menschen sind ihre Haustiere echte Familienmitglieder. Hund, Katze oder vielleicht auch „nur“ ein Meerschweinchen oder Wellensittich trösten über Lebenskrisen hinweg, erleichtern den Kontakt zu Mitmenschen, tragen durch das Gassigehen zur Gesundheit bei. Erst recht sind die tierischen Partner wichtig, wenn Alter und Einsamkeit zuschlagen. Doch was ist, wenn auch noch Armut dazu kommt? „Dann müssen sich viele von ihrem Tier trennen. Das ist nicht nur für das Tier oder die überfüllten Tierheime eine Riesenbelastung, sondern der Halter, der allein und mit Schuldgefühlen zurückbleibt, verliert den Lebensmut“, weiß Hans-Dieter Budick.

Tierliebe und Entschlusskraft Er und seine Ehefrau Luise waren schon immer tierlieb, hatten Hasen, Hunde und nun zwei Katzen. Dass finanzielle Engpässe die Versorgung der Tiere schwierig machen können, erlebten sie selbst. „Da dachten wir, Hilfe muss her.“ Sie nahmen das Vorbild einer Tiertafel in Köln für die Einrichtung einer ähnlichen Stelle in Jünkerath. Ein gemeinnütziger Verein Tierteller Eifel e. V. wurde 2017 gegründet, Mitstreiter wurden gesucht und gefunden. Eine Ausgabestelle für hilfsbedürftige Tierhalter wurde in Jünkerath in der Nähe des Bahnhofs eingerichtet.

Doch die Flut im Juli vergangenen Jahres vernichtete auch diesen Raum, der seitdem nicht mehr nutzbar ist. Denn Tierfutter und anderes Zubehör für Tiere braucht eine trockene Lagerung, was nicht mehr gewährleistet war. Eine Wendung zum Guten naht jetzt: Am Freitag, 11. März, wird eine neue Ausgabestelle in Gerolstein und am Freitag, 25. März, eine parallele Station in Hallschlag eröffnet. Bis dahin heißt es: tapezieren, streichen, Regale aufbauen, einräumen.

Die Budicks und ihre ebenfalls gemeinnützig engagierten Mitstreiter und Mitstreiterinnen wissen, wofür sie die Mühe auf sich nehmen. „Wir haben rund hundert Kundinnen und Kunden, die von uns Futter und sonstiges Notwendige für ihre insgesamt 232 Tiere bekommen. Die Regularien sind dieselben wie bei den bekannten ‚Tellern‘, die Hilfsbedürftigkeit muss nachgewiesen werden.“

Es seien viele ältere Menschen, die kommen, um für ihre vierbeinigen oder gefiederten Lebensbegleiter Futter zu holen. Da wiederum viele nicht mobil sind, gibt es auch eine Auslieferungstour mit einem vereinseigenen Fahrzeug, das dank Sponsoring im Einsatz ist. Von den derzeit zwölf Vereinsmitgliedsbeiträgen – vier Menschen sind aktiv bei der Verteilung der Güter – kann die Hilfe nicht geleistet werden. Spenden von Futterherstellern, regionalen Firmen und auch Privatleuten bilden das Fundament. Hinzu kommt die Bereitschaft einiger Tierärzte, kostenreduziert zu behandeln, und eine Spende des Tasso-Haustierregisters speziell für Tierarztkosten. Futterspendenboxen sind in einigen Discountern und Supermärkten aufgestellt.

Die Bereitschaft, Tieren und ihren bedürftigen Besitzern zu helfen, ist also durchaus beachtlich. Und dennoch: „Wir sind für jedes neue Mitglied dankbar, vor allem für Menschen, die sich aktiv einbringen möchten.“ Der Betrieb der beiden neuen Ausgabestellen und die Versorgungstouren, die auf Grund der Wohnorte der Hilfebezieher von der Dauner Region bis hoch nach Kall und Schleiden gehen müssen, sind aufwändig.

(ako)