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Neue Corona-Regeln im Kreis Vulkaneifel und wie die Bürger reagieren

Corona : Mehr Alltagsmasken, mehr Vorsicht

Nachgefragt im Risikogebiet Kreis Vulkaneifel: So reagieren junge und ältere Menschen auf die nun geltenden verschärften Corona-Regeln.

Corona schien im Kreis Vulkaneifel über Monate ganz weg, teilweise wurden wochenlang keine neuen Fälle gemeldet. Das hat sich deutlich geändert, seit vergangener Woche steht die Corona-Ampel auf rot. Und Entspannung ist nicht in Sicht: Von Freitag auf Samstag wurde 17 neue Fälle gemeldet, von Samstag auf Sonntag neun.

Ampel auf rot heißt: verschärfte Regeln. Private Feiern dürfen beispielsweise nur noch mit maximal zehn Personen aus zwei Haushalten stattfinden,  Veranstaltungen sind auf 100 Personen beschränkt oder benötigen ein zugelassenes Hygienekonzept.

Was bedeuten diese Regeln und Einschränkungen im Alltag? Bleiben die Menschen aus Angst vor einer Ansteckung lieber zuhause? Wird die Alltagsmaske nun auch draußen öfter getragen? Besuch in der Dauner Innenstadt: Was sofort auffällt: Mehr Leute tragen auch auf der Straße Maske. So wie das ältere Ehepaar, ihre Namen möchte es nicht veröffentlicht sehen. Aber zum Gespräch ist man gern bereit. Der 85-Jährige  sagt: „Wir tragen jetzt auch auf der Straße unsere Masken, man kann ja nie wissen.“ Die beiden betonen, sie seien nur ausnahmsweise wegen eines Arzttermines unterwegs. „Meine Frau und ich gehören beide zur Risikogruppe, da muss man gut aufpassen.“ Zum Einkaufen gehen die beiden seit Beginn der Corona-Krise nicht: „Unsere Kinder kaufen nach wie vor für uns ein. Gerade jetzt, wo wir auch in einem Risikogebiet wohnen“.

Die 66 Jahre alte Marita May aus Daun-Pützborn sagt: „Ich bin nach wie vor vorsichtig. Ich trage meine Maske nun während meiner Erledigungen in der Stadt Daun nun  auch auf der Straße.“ Mehr als sich an die Regeln zu halten könne sie auch während der Alarmstufe Rot nicht tun. Natürlich halte sie sich an die Regeln, betont aber auch: „Ich lasse mich von Corona nicht einschüchtern und werde mich nicht zuhause einsperren!“

Eingesperrt fühlt sich die 21 Jahre alte Studentin Anne Thelen zwar nicht, aber doch deutlich eingeschränkt. Denn sie berichtet, dass der theoretische Teil ihres Studiums, der normalerweise in Präsenzunterricht stattfindet, wegen der aktuellen Situation nur online statt. „Zuhause lernt man einfach nicht so wie während des Präsenzunterrichts. Da freut man sich, nochmal raus zu kommen und was mit Freunden zu unternehmen. Das ist jetzt natürlich nur noch begrenzt möglich.“

Die Beschränkungen bei privaten  Feiern findet sie schade, „man hatte sich gerade wieder an ein bisschen Normalität gewöhnt.“ Aber natürlich verstehe sie die beschlossenen  Maßnahmen, die dazu dienten, die Entwicklung möglichst einzudämmen. Auch Ewa Hamann aus Mehren bedauert die Begrenzung bei Privatfeiern. „Ich bin froh, dass ich im September Geburtstag hatte, da konnte ich noch mit mehreren Freunden bei mir Zuhause feiern“

Lisa Carstensen, 16 Jahre alte Schülerin an der Berufsbildenden Schule Vulkaneifel in Gerolstein, hat ein ganz anderes Problem: Sie benötigt für ihr Fachabitur einen Praktikumsplatz. Die aktuelle Situation erschwere jedoch die Suche: „Viele meiner Mitschüler hatten schon eine Zusage. Durch die steigenden Coronafälle haben einige nun doch wieder Absagen bekommen.“ Sie selbst wartet immer noch auf eine Antwort. Was passiere, wenn sie keinen Praktikumsplatz finde, wisse sie nicht. „Informationen bekommen wir nur wenige, ich glaube, die Lehrer wissen selbst nicht so genau Bescheid. Ob nach den Ferien die Schule wieder in Präsenzform losgeht, jetzt wo wir auch Risikogebiet sind? Keine Ahnung.“