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Neue Herausforderungen in der alten Grube

Neue Herausforderungen in der alten Grube

Nach einem Jahr Umbauzeit wird der Offroadpark am Nürburgring wieder genutzt. Allerdings nicht von Einzelpersonen, sondern nur von Gruppen. Die Betreiber setzen vor allem auf die Industrie, die dort beispielsweise Fahrzeuge oder Reifen testen kann.

Drees/Nürburgring. Mit Pleiten, Pannen und Prozessen wird der Nürburgring in jüngster Vergangenheit in der Regel in Verbindung gebracht. Da ist es schon eine Ausnahme, wenn über eine Neueröffnung berichtet werden kann: die des Offroadparks in der ehemaligen Lavagrube in Drees (Verbandsgemeinde Kelberg), die knapp vier Kilometer von der traditionsreichen Rennstrecke entfernt ist. 2009 von Nürburgring GmbH übernommen:Und eine echte Neueröffnung ist es streng genommen auch nicht, denn den Park gibt es schon seit 2005. Er wurde in den ersten Jahren privat betrieben, das Angebot war vor allem auf die Industrie zugeschnitten, aber auch für private Besucher offen. Im Herbst 2009 wurde das Areal von der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH (NG) - noch unter Führung von Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz - übernommen. Im Mai 2010 wurde es in die sogenannte Nürburgring Driving Academy des heutigen Ringbetreibers, der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), integriert. Sicherheit verbessert: Die NAG hat nach eigenen Angaben etwa 400 000 Euro in den Umbau des Parks investiert, vor allem in die Sicherheit. Gut ein Jahr dauerten die Arbeiten zur Neugestaltung des 80 0000-Quadratmeter-Geländes. Der Rundkurs in der alten Grube besteht aus zwölf Abschnitten: Es geht über Geröll, Sand und Stämme, durch Wasser und über Hügel in unterschiedlichen Steigungsgraden. Die Angebote des Parks gelten nur für Gruppen und nicht für Einzelpersonen. Die Buchungspreise richten sich nach der jeweiligen Anfrage.Tests und Präsentationen möglich: War der ursprüngliche Kurs stark auf große geländegängige Fahrzeuge zugeschnitten, soll der neue mehr Zielgruppen ansprechen: vom Anfänger bis zum Profi, für kleinere Geländewagen sowie für echte Offroader und auch für Quadfahrer. Die Richtung ist laut NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner klar: Auf die Bedürfnisse der Industrie ist der Park ausgerichtet. Es können dort Fahrzeuge und Reifen getestet und präsentiert, Kunden können zu Veranstaltungen eingeladen werden. Das umgebaute Gelände ist nun weniger witterungsabhängig. Lindner: "Wenn es früher geregnet hat, konnte man ja nur noch mit dem Panzer da durchfahren." Er geht nun davon aus, dass das Gelände fast das ganze Jahr genutzt werden kann, Ausnahme sei allenfalls, wenn r viel Schnee auf der Strecke liege. "Seltsames Gebaren": Dass der Offroadpark wieder eröffnet worden ist, ist für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg, Karl Häfner, grundsätzlich eine gute Nachricht. Weniger erfreut ist er darüber, dass die VG-Verwaltung nicht über die Wiedereröffnung informiert worden ist. Als "seltsames Gebaren" wertet Häfner das Vorgehen der NAG. Deren Geschäftsführer Jörg Lindner sieht aber keinen Konflikt. "Es war ein Versäumnis, aber keine Absicht. Zur Eröffnung sind keine Vertreter der Politik eingeladen worden, sie hatte keinen hochoffiziellen Charakter, sondern war auf unsere Kunden aus der Industrie und die Medien ausgerichtet." volksfreund.de/fotosExtra

Der schwärzeste Tag in der bisherigen Geschichte des Offroad-Parks war der 1. Juli 2007. Damals ereignete sich ein Unfall mit einem Lkw, bei dem ein 26-Jähriger aus dem Kreis Trier-Saarburg getötet und 15 Menschen verletzt wurden. Der Veranstalter der Geländefahrt, der den Lastwagen stellte und als Begleiter mitfuhr, wurde 2010 zu sechs Monaten auf Bewährung und 3000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der LKW war damals umgekippt, einige der Mitfahrer, wie der Getötete, wurden unter dem Fahrzeug begraben, andere fielen die Ladefläche herunter. Das Verfahren gegen die Frau, die am Steuer des LKW saß, war gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. sts