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Neue Runde im Mattes-Prozess

Neue Runde im Mattes-Prozess

Auch beim zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen Ewald Mattes war das Interesse der Öffentlichkeit groß: Handelt es sich bei den angeblich sexuellen Übergriffen um Gerüchte oder Tatsachen? Dazu konnten die Zeugen noch nichts Erhellendes beitragen.

Cochem. (bm) Selbstbewusst und entschieden trat der Ehemann der Nebenklägerin auf, die die schweren Vorwürfe gegen Mattes, den Bürgermeister der VG Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) und früheren Ortsbürgermeister von Dockweiler, erhebt. Im Zeugenstand bezichtigte er eine Verwaltungsangestellte, die Mattes zuvor entlastet hatte, der Lüge. Als Kollegin und "gute Freundin" habe sie von den sexuellen Übergriffen gewusst. Der Eifer des Ehemanns, Belastungszeugen gegen Mattes zu finden, forderte dessen Verteidiger Rüdiger Deckers heraus: "Ist das nicht die Aufgabe des professionellen Vertreters Ihrer Frau?" Deckers bestand darauf, dass die Aussage des Ehemanns wörtlich protokolliert wurde. Dieser gab im Übrigen zu, dass er einen weiteren Zeugen vor dem Prozess angerufen hatte, um zu erfahren, was er vor Gericht aussagen würde. Dieser Zeuge konnte jedoch zu dem konkreten Vorwurf der sexuellen Nötigung nichts sagen.

Eine VG-Angestellte, mit der die Nebenklägerin zeitweise das Vorzimmer des Bürgermeisters geteilt hatte, widerlegte anhand ihres Arbeitszeitnachweises die Behauptung, dass sie am 19. August 2005 nicht anwesend gewesen sei. An diesem Tag soll Mattes die Nebenklägerin im Vorzimmer gegen ihren Willen umarmt haben. Die Angestellte belegte detailliert, dass sie sehr wohl im Dienst war. Ihr sei an ihrer Kollegin nichts Besonderes aufgefallen, was auf merkwürdige Vorfälle hätte schließen lassen können. Zudem betonte sie: "Alle Türen zu den benachbarten Büros sind immer offen." Sexuelle Übergriffe wären von den Kollegen sofort bemerkt worden.

Der Prozess wird am 20. Juli fortgesetzt.