1. Region
  2. Vulkaneifel

Neue Turnhalle in Hillesheim wird ein Hingucker

Kostenpflichtiger Inhalt: Infrastruktur : Neue Turnhalle wird ein Hingucker

Der Bauausschuss der Verbandsgemeinde Gerolstein befürwortet grundsätzlich die nun vorgestellte Planung für die neue Sporthalle der Realschule in Hillesheim. Die derzeitige Kostenschätzung beläuft sich auf drei Millionen Euro.

Hillesheim bekommt ein weiteres Schmuckstück: Die neue Turnhalle der Augustiner-Realschule plus in Nähe der historischen Stadtmauer, die die alte und marode Halle ersetzen soll, wird dank moderner Architektur samt Glassfassade an drei Seiten ein Hingucker. Geplant ist eine versetzt zum bestehenden Bauwerk (das abgerissen werden soll) in den Hang gebaute zweistöckige Halle mit Sport- und Umkleideebene sowie darüberliegender Zuschauerbreich mit Empore. Die Ausrichtung der 36 Meter breiten Front (bei 18 Meter langen Seiten) soll parallel zur Stadtmauer erfolgen.

Ansicht und Aussicht sind bei dem Neubau, der derzeit mit rund drei Millionen Euro kalkuliert wird, ein zentrales Thema. So wird – dies wurde nach Vorstellung der ersten Pläne im Bauausschuss der Verbandsgemeinde Gerolstein bereits deutlich – der Komplex nicht nur selbst ein otischer Anziehungspunkt. Die Zuschauer auf der Empore bekommen durch die Glasfassade einen imposanten Blick auf die Stadtmauer, und auch die Sportler dürfen sich über schöne Ausblicke und viel Licht von draußen freuen.

Insgesamt stießen die beiden von Architekten des beauftragten Planungsbüros Naujack.Rind.Hof. aus Koblenz vorgestellten Vorentwürfe auf breite Zustimmung der Ausschussmitglieder. In einigen Punkten wurde bereits klar, welche Planung weiterverfolgt werden soll, in anderen Pukten sollen weitere Alternativen aufgezeigt werden.

Parallel zur historischen Stadtmauer und leicht versetzt hinter dem bestehenden Gebäude, das höchstwahrscheinlich abgerissen wird, soll die neue Schulturhalle in Hillesheim entstehen. Foto: TV/Mario Hübner

Relativ sicher scheint zu sein, dass der Ausschuss sowie Bürgermeister Hans Peter Böffgen (parteilos) die Variante bevorzugen, bei der eine Innentreppe den Sportler- und Zuschauerbreich verbinden. „Eine Treppe innen ist praktischer und sinnvoller“, sagte beispielsweise Dieter Bernardy (FWG). In die gleiche Kerbe schluf Hendrik Eltze (Grüne), der jedoch vorschlug, die Treppe nicht am Rand (wie zunächst geplant), sondern mittig anzuordnen und zudem dort einen großen Eingangsbereihe von der oberenen Parkplatzebene zu schaffen. „Schießlich kommen die Sportler alle über die Parkplatzebene zur Halle.“ Und auch die Hallenunterteilung ein Drittel/zwei Drittel mittels mobiler Trennwand wird als sinnvoll und gut erachtet. Ebenfalls klar: Die neue Halle soll anders als das bestehende Bauwerk nicht offiziell als Versammlungsstätte ausgewiesen werden, da das laut Bürgermeister Böffgen „zu massiven weiteren Investitions und dauerhaften Folgekosten führt“. Das heißt aber auch, dass keine Veranstaltung mit mehr als 200 Teilnehmern darin stattfinden dürfen. Kein Problem laut Böffgen. Ausschussmitglied Bernardy erinnerte: „Wir waren uns im alten Verbandsgemeinderat Hillesheim einig, dass es eine Schulsporthalle werden soll, in der aber ab und zu auch andere Veranstaltungen gemacht werden können.“ Dann aber eben auf bis zu 200 Personen begrenzt.

Ob ein oder zwei versetzte Pultdächer zum Tragen kommen, ist hingegen noch nicht klar. Dafür aber die Hauptausrichtung nach Südwest, da die Photovoltaikanlage der bestehenden Halle wieder auf dem Neubau installiert werden soll.

Parallel zur historischen Stadtmauer und leicht versetzt hinter dem bestehenden Gebäude, das höchstwahrscheinlich abgerissen wird, soll die neue Turnhalle der Augustiner-Realschule plus in Hillesheim entstehen. Die untere Skizze zeigt, welche beeindruckenden Ausblicke vom Halleninneren durch die Glasfassade möglich sein könnten. Foto: Architekturbüro Naujack.Rind.Hof

In der Frage, was mit der alten Halle passiert, scheint die Richtung auch eindeutig. Favorisiert wird laut Bürgermeister Böffgen vom Ältestenrat der VG, also dem Bürgermeister und den vier Beigeordneten sowie den Fraktionssprechern, der Abriss sowie die Schaffung von Parkplätzen an gleicher Stelle. Dennoch solle der Stadt Hillesheim da ein Mitspracherecht gegeben werden. Erster Stadtbeigeordneter Gerald Schmitz (CDU) meinte im Ausschuss: „Wir befürworten die bestehende Planung und wollen sie auch nicht bremsen, wir wollen aber im Stadtrat nochmals über eine Nutzung der alten Halle bei minialem oder gar keinem Sanierungsaufwand sprechen – beispielsweise eine Indoor-Kltterhalle – falls sich dafür ein Betreiber findet.“

Damit stieß er im VG-Bauausschuss aber nicht auf Gegenliebe. So sagte Beigeordneter Klaus-Dieter Peters (FWG): „Das Tüv-Gutachten von 2018 hat ganz klar gesagt, dass die Halle hochgradig sanierungsbedrftig und so nicht mehr zu nutzen ist.“ So sei der Sanierungsbedarf auf 2,2 Millionen Euro beziffert worden. Hendrik Eltze (Grüne) wurde noch deutlicher: „Man kann doch nciht die sehr schöne Halle, die hier entstehen soll, hinter so einer Schrottimmobilie verstecken. Und einen Billiganbieter würde ich mir da auch dreimal nicht reinholen. Das führt nur zu Folgeproblemene.“

Die alte Turnhalle der Augustiner-Realschule plus in Hillesheim, die laut eines Tüv-Gutachtens marode ist, wird höchstwahrscheinlich abgerissen. Foto: TV/Mario Hübner

Das wohl wichtigste Thema wurde bislang noch weitgehend ausgespart: Kosten und Finanzierung. In der ursprünglichen Planung und Kalkulation war von 2,6 Millionen Euro Gesamtkosten ausgegangenen worden. Auf dieser Basis wurde ein Zuschussantrag gestellt , und das Land hat dazu breits 1,2 Millionen Euro Zuschuss bewilligt. Doch das war breits vor zwei Jahren. Bürgermeister Böffgen sagte dazu: „Drei Jahre später gehen wir von rund drei Millionen Euro aus und haben vom Land auch die Zusage, dass wir mit einer neuen Planung und Kalkulation nochmals vorstellig werden dürfen und dass dies dann wohlwollend geprüft werde.“ Die verfeinerte Planung soll in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am 2. Juli besprochen werden.